Grenzen des Sprachverfalls

Das Deutsche verarmt in den neuen Medien zu einer „Recycling-Sprache“, sagt Hans Zehetmair, der Vorsitzende des deutschen Rechtschreibrats.
Das Deutsche verarmt in den neuen Medien zu einer „Recycling-Sprache“, sagt Hans Zehetmair, der Vorsitzende des deutschen Rechtschreibrats.
Foto: Ronald Wittek/dpa

Die bekennende SMS-Süchtige Angela Merkel hat noch keine erkennbaren Sprachverfalls-Symptome entwickelt. Weder in Regierungserklärungen noch in Gipfelkommuniqués oder Parteitagsreden.

Ja, die richtigen Worte zu finden, sie korrekt hinterein­anderzusetzen und dann auch so zu schreiben wie das Wörterbuch, fällt jungen Menschen heute schwerer denn je. Aber die Ursache dafür in den Kurznachrichten der Smartphone-Welt zu ­sehen, wäre ein Kurzschluss. Ein Deutschunterricht, der zu wenig Deutschkenntnis vermittelt, die dubiosen Sprach-Vorbilder der Privatsender – der Ursachen sind viele.

Als Gruppe haben sich Jugendliche stets mit einer eigenen Sprache von Älteren abgegrenzt. Mit denen sprechen sie anders. Am Ende sind es also die Eltern, die Schulen, sind wir es, die an den Standards einer Hochsprache festhalten müssen. Dann wird es die Jugend auch tun. Spätestens, wenn sie erwachsen ist.

 
 

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