Gefährliches Spiel von Innenminister Jäger auf Schalke

Theo Schumacher
NRW-Innenminister Jäger zieht die Konsequenzen aus der Kritik an dem Polizeieinsatz in der Schalke-Arena beim Spiel gegen Saloniki mit 80 Verletzten. Die Polizei will künftig im Stadion keine Präsenz mehr zeigen.
NRW-Innenminister Jäger zieht die Konsequenzen aus der Kritik an dem Polizeieinsatz in der Schalke-Arena beim Spiel gegen Saloniki mit 80 Verletzten. Die Polizei will künftig im Stadion keine Präsenz mehr zeigen.
Foto: Bongarts/Getty Images
Hausrecht hin, Hausrecht her: Ordner können im Stadion nicht alles regeln. Sie brauchen die Polizei. Innenminister Ralf Jäger würde sofort nach seiner Verantwortung gefragt, wenn Gewalt im Stadion eskaliert. Ein Kommentar.

Essen. Schalke gegen die Polizei – das verspricht kein Spitzenspiel zu werden. Beide Seiten sollten besser prüfen, was sie falsch gemacht haben. Die Polizei, als sie mit ihrem Einsatz eine bis dahin friedliche Fankurve gegen sich aufbrachte statt den gegnerischen Block abzuriegeln, wo die Randale ihren Anfang nahm. Der Verein, weil er danach alle Schuld bei den Polizisten ablud.

Das war billig – und mehr als nur ein taktisches Foul des Schalke-Geschäftsführers. Er müsste wissen, dass sein Ordnungsdienst allein überfordert ist. Auch die öffentliche Kritik an der massiven steuerfinanzierten Polizeipräsenz im und um das Gelsenkirchener Stadion sollte dem Verein nicht fremd sein. Ohnehin stehen Profiklubs in dem Verdacht, zu wenig für die Sicherheit zu tun.

Und jetzt? Hausrecht hin, Hausrecht her: Ordner können im Stadion nicht alles regeln. Sie brauchen die Polizei. Innenminister Ralf Jäger würde sofort nach seiner Verantwortung gefragt, wenn Gewalt im Stadion eskaliert. Das weiß er selbst. Schalke, Polizei und Minister sollten sich deshalb an einen Tisch setzen und ihr Zerwürfnis abpfeifen.