Fremdwort Weltoffenheit

Bischöfe haben die Studie zu sexuellem Missbrauch vorerst gestoppt.
Bischöfe haben die Studie zu sexuellem Missbrauch vorerst gestoppt.
Foto: Jochen Lübke/dpa

Die Missbrauchsskandale haben der katholischen Kirche sehr geschadet. Es brauchte viel zu lange, bis sie sich dazu durchringen konnte, die Vergangenheit von unabhängiger Seite aufarbeiten zu lassen. Als es endlich soweit war, atmeten nicht nur Katholiken erleichtert auf. Jetzt hat die Kirche doch wieder Angst vor der eigenen Courage bekommen. Ganz so unabhängig, ganz so gründlich sollte die Aufklärung wohl doch nicht sein.

Jetzt liegt das Aufarbeitungsprojekt in Trümmern. Immer wieder hatten Kirchenobere versucht, die Arbeit der Wissenschaftler zu bremsen, mit aller Macht wollte man die Deutungshoheit über die Ergebnisse an sich ziehen. Unliebsame Wahrheiten hätte man so im Archiv verschwinden lassen können. Der Abbruch des Projektes zeigt, die katholische Kirche hat nichts aus ihren Fehlern gelernt. Weltoffenheit bleibt für sie ein Fremdwort. Überraschend ist das nicht. Traurig ist nur, dass die Leidtragenden wieder die Opfer der Kirchenangestellten sind.

 
 

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