Franziskus als Revolutionär

Papst Franziskus macht konkrete Vorschläge zur Reform der Kirche. Sie müsse vor allem dezentraler werden. Auch prangert er ein narzisstisches und autoritäres Elitebewusstsein innerhalb der Kirche an.
Papst Franziskus macht konkrete Vorschläge zur Reform der Kirche. Sie müsse vor allem dezentraler werden. Auch prangert er ein narzisstisches und autoritäres Elitebewusstsein innerhalb der Kirche an.
Foto: dpa

Das Lehrschreiben von Papst Franziskus geriet zu einer auf die komplette Erneuerung der katholischen Kirche abzielenden Regierungserklärung, ja zu einem antikapitalistischen Reformprogramm. Dieser auch auf nicht-Katholiken Faszination ausübende Pontifex will seine Kirche auf links drehen – und er macht auch vor dem eigenen Amt nicht halt.

Weg vom Zentralismus. Der Vatikan darf nicht mehr der Nabel der katholischen Welt sein. Vielmehr will Franziskus die Rolle der Ortsbischöfe radikal stärken, ebenso die der Laien. Für einen Papst, für die katholische Kirche insgesamt, ist diese für vatikanische Verhältnisse ungeahnte Reformkraft revolutionär.

Die Zeit wird zeigen, ob Franziskus die Kraft hat, seine Ideen durchzusetzen. Gegen einen verstaubten Klerus – und gegen eine Mehrheit ebenso selbstgerechter Kardinäle, die ihn – heute vor die Wahl gestellt – kaum mehr zum Stellvertreter Jesu Christi auf Erden wählen würde.

 
 

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