Erschreckende Befunde

Es gibt ja durchaus positive Kernbotschaften der Studie: Die Deutschen fühlen sich fit wie ein Turnschuh, gerade die älteren. Der – von vielen Kassen auch finanziell mit Bonusleistungen unterlegte – Appell, sich mehr zu bewegen und dadurch die Gesundheit zu fördern, kommt an. Obwohl es durchaus Luft nach oben gibt, wenn faktisch nur ein Viertel der Erwachsenen wöchentlich zwei Stunden Sport treibt.

Erschreckend hingegen ist der zweite Befund der Forscher: dass es in Deutschland noch immer einen Zusammenhang gibt zwischen der Gesundheit und der sozialen Stellung. Menschen mit geringem Einkommen und schlechterem Schulabschluss sind anfälliger für gefährliche Erkrankungen. Ohne Moos keine Motivation in Sachen Gesundheit? Vermutlich macht man es sich zu einfach, wenn man es nur auf diesen einen kausalen Zusammenhang zurückführt. Aber es scheint doch so zu sein, dass mehr Bildung zumindest das Bewusstsein dafür wachsen lässt. Man weiß einfach, was schädlich und was nützlich ist. Wen hingegen die Sorge umtreibt, wie er sein täglich Brot auf den Tisch kriegt, der hat einfach nicht den Kopf frei für Dehnübungen. Und wer ständig mit Tunnelblick am Computer daddelt, dem steht nicht der Sinn nach einem Dauerlauf.

Die Krankenkassen sind gut beraten, ihre Bonus- und Aufklärungsangebote auszuweiten. Letztlich ist der Deutschen Gesundheit eine gesamtgesellschaftliche Operation. Sie kostet zwar zunächst viel Geld. Sie wird aber, wenn sie denn gelingt, dem Gesundheitssystem letztlich enorme Kosten sparen.

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