Eine lokale Katastrophe

Auch fünf Tage nach dem verheerenden Pfingst-Unwetter prägen die akuten Nöte bei den Aufräumarbeiten die Debatte. Die Einsatzkräfte in der Rhein-Ruhr-Region kommen kaum nach bei der Beseitigung der Schäden. Die Bahn versucht mit 600 Mitarbeitern, den Schienenverkehr aus dem Chaos zu befreien. Die Bundeswehr rückt gar mit Panzern an. Es ist richtig, dass NRW-Umweltminister Remmel die Hilfe seiner Fachleute anbietet und sich Gedanken über die Verwertung der Holzmassen macht. Manch einer seiner im Alltagstrott abgetauchten Kabinettskollegen täte ebenfalls gut daran, die Verwüstungen im Rhein-Ruhr-Gebiet endlich als das anzunehmen, was sie sind: eine lokale Katastrophe.

Wenn ein gewichtiger Teil Nordrhein-Westfalens einen zeitweiligen Verkehrsinfarkt erleidet, Hunderttausende Pendler tagelang kaum zur Arbeit kommen und in vielen Kommunen das Stadtbild unwiederbringlich zerstört wird, darf man auch eine landespolitische Kraftanstrengung erwarten. Sie erschöpft sich nicht im aufopferungsvollen Einsatz der Landesbeamten von der Polizei. Wo sind die Hilfstöpfe des Landes, die Sonderprogramme, die Wiederaufforstungsinitiativen?

 
 

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