Ein Stimmungstest - mehr nicht

Wer darf sich als Ausrichter um die Olympischen Spiele 2024 bewerben – Hamburg oder Berlin? Das Umfrageergebnis spricht für die Hansestadt. Und? Es ist ein Stimmungstest. Mehr nicht. Auch in München war anfangs die Begeisterung groß, sich für die Olympischen Winterspiele 2022 zu bewerben – bis sich die Planungen konkreter gestalteten. Da winkten die Menschen in vier Landkreisen erschrocken ab. Zu Recht.

Zuletzt feierte die Welt die Athleten der Winterspiele in Sotschi. Aber zu welchem Preis? Der Wahnsinn im Sport an Putins Lieblingsbadeort hat die Freude am olympischen Gedanken nicht befeuert. Und hat sich etwas geändert? Bisher nicht. Die Funktionäre entscheiden vorzugsweise in Hinterzimmern, die Geldströme bleiben im Nebel. Und wenn nicht alle mitspielen, ist die Rede von „einer Fundamentalopposition gegen den Sport“. So formulierte damals der heutige Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, das Nein in Bayern.

Blödsinn. Die Menschen mögen Sport. Seine Bilder. Sie haben aber eine Gespür dafür, wenn die Entwicklung aus dem Ruder läuft, wenn der Aufwand nicht im Verhältnis zur Veranstaltung steht. Dass viele am Ende Berlin den Vorzug geben, ist bitterer Ironie geschuldet. Die Hauptstadt könnte dann den Flughafen einweihen.

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