Ein gutes Zeichen für die Muslime

Matthias Korfmann
Bundespräsident Joachim Gauck (Mitte) hat in Münster den Leiter des Zentrums für islamische Theologie, Mouhanad Khorchide (re.), getroffen
Bundespräsident Joachim Gauck (Mitte) hat in Münster den Leiter des Zentrums für islamische Theologie, Mouhanad Khorchide (re.), getroffen
Foto: Caroline Seidel

Der Besuch des Bundespräsidenten hat immer hohen symbolischen Wert. Wenn Joachim Gauck das Zentrum für Islamische Theologie in Münster besucht, dann mischt er sich damit auch ein – in den Streit zwischen dem Leiter des Zentrums, einem liberal gesinnten Professor, und vier konservativen muslimischen Verbänden. Gauck, selbst Theologe und Liberaler, setzt ein Zeichen: Er stärkt mit seiner Visite den Professor und seine Arbeit.

Es ist eine Lektion, die kompromisslos denkende Muslime (oder auch Christen und Juden) lernen müssen: Wissenschaft muss immer frei sein, auch die Theologie. Jede Frage, jede These ist erlaubt.

Die muslimischen Verbände treibt die Angst um, die Deutungshoheit über den Glauben zu verlieren. Tatsächlich kann der Islam in Deutschland nur gewinnen, wenn seine Anhänger frei und unbefangen und vor allem kenntnisreich über Gott und die Welt reden können.