Ein eiskalter Übergriff

Wenn Firmen ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren von ­Eizellen bezahlen – bedeutet das im Ergebnis nicht ein Mehr an Freiheit für die Frauen?

Natürlich steckt dahinter eine kühle Kalkulation: Gute Fachfrauen sollen so ans Unternehmen gebunden werden, sollen sich ganz auf ihre Karriere konzentrieren können.

Aber was ist schon dabei, wenn es sich im Ergebnis um eine Win-Win-Situation handelt, wenn das nach europäischen Maßstäben extrem ungewöhnliche Angebot den Firmen ebenso nutzt wie den Frauen und ihren (künftigen) Familien?

Antwort: eine ganze Menge ist dabei!

Wollen wir wirklich in so einer Welt leben, in der sich Kraken wie Apple und Facebook, bei denen das Sammeln privater Informationen zum Geschäftsmodell gehört, auch noch ins Intimleben ihrer Mitar­beiter einmischen?

Man kann sich leicht vorstellen, wie eine solche ­Familienplanung mit dem Vorge­setzten läuft. Für den ist das Kinderkriegen seiner Belegschaft ein Stör-, nein, ein Kostenfaktor – und die frostige Alternative eine vergleichsweise billige Lösung. Entsprechend wird dann Druck gemacht.

Nein, so stellen wir uns die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht vor. Es gilt, gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern statt gottgleich in die Biologie des Menschen einzugreifen.

 
 

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