Du bist nie allein

Geheimdienste dienen geheim. Bis dann einmal so ein Snowden laut auftaucht, um hernach leise abzutauchen – so, wie es die weltweite Empörung auch tut.
Geheimdienste dienen geheim. Bis dann einmal so ein Snowden laut auftaucht, um hernach leise abzutauchen – so, wie es die weltweite Empörung auch tut.
Foto: Guardian/Glenn Greenwald/Laura Poitras
Die entscheidende Frage bei den bekannt gewordenen Abhörfällen wird am Ende nicht sein: Wer hat wann was gewusst, sondern: Hat es sich gelohnt? Ist unsere Welt besser, weil sicherer geworden? Die Antwort ist geheim.

Die Kanzlerin hat erklären lassen, es gehe nicht an, wenn Freunde Freunde ausspionierten. Das lässt eine gewisse Überraschung vermuten. Wie viel davon soll man glauben, wissend, dass sich Helmut Kohls Geheimdienstkoordinator Schmidbauer schon vor 20 Jahren (folgenlos) beim damaligen CIA-Chef Woolsey über die Ami-Spione beschwerte?

Was westliche Geheimdienste miteinander treiben, ist lange bekannt. Jeder gibt und jedem wird gegeben. Wenn es gut läuft, kommen alle auf ihre Kosten. Dummerweise werden dabei millionenfach Grundrechte verletzt, was aber ohne Folgen bleibt, weil diese Rechtsverletzung stets aus dem Ausland heraus stattfindet und daher nicht geahndet werden kann. Es ist legal organisierte Illegalität, was begründet, weshalb der Vorgang geheim bleiben soll. Geheimdienste dienen geheim. Bis dann einmal so ein Snowden laut auftaucht, um hernach leise abzutauchen – so, wie es die weltweite Empörung auch tut.

Die entscheidende Frage wird am Ende nicht sein: Wer hat wann was gewusst, sondern: Hat es sich gelohnt? Ist unsere Welt besser, weil sicherer geworden? Die Antwort ist geheim.

 
 

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