Dschihad in Düsseldorf

Der vereitelte Terroranschlag auf die Düsseldorfer Altstadt lässt hochschrecken. Man wähnt den Dschihad ja grundsätzlich woanders, jedenfalls nicht an der längsten Theke der Welt. Nun aber macht der Generalbundesanwalt deutlich, dass es keine Komfortzone mehr gibt, aus der sich die Sicherheitslage in Brüssel oder Paris mit distanziertem Schauder beobachten lässt. Eine international vernetzte Terrorzelle aus jungen Syrern wollte mitten in NRW zuschlagen.

Warum ausgerechnet hier? Die Sicherheitsbehörden beobachten eine zunehmende Individualisierung des Terrors. Anschlagsorte folgen einer Strategie der Nadelstiche und werden immer wahlloser ausgesucht. Die bittere Erkenntnis: Es kann jeden immer und überall treffen.

Die Festnahmen vom Donnerstag zeigen zugleich, dass über die „Balkan-Route“ im vergangenen Jahr beileibe nicht nur der schon sprichwörtliche syrische Arzt unkontrolliert nach Deutschland gelangt ist. Ohne die entscheidenden Hinweise der französischen Dienste hätte Düsseldorf wohl in einer traurigen Reihe mit den verwundeten Metropolen Paris, Brüssel oder Madrid gestanden.

 
 

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