Druckmittel Politshow

Gabriel und Bsirske verkünden vollmundig die Einigung im Dauerstreit um Kaiser’s Tengelmann und die Rettung von mehr als 15 000 Arbeitsplätzen. Details bleiben sie Mitarbeitern und Öffentlichkeit aber schuldig. Stattdessen gibt es wieder neue Fristen – bis Freitag und bis zum 11. November.

Der große Unterschied zu bisher verkündeten Zwischenerfolgen ist diesmal, dass sie von Akteuren erzielt wurden, die in ihrer Prominenz kaum noch zu toppen sind. Wenn die Handelsbosse aus Streit um Geld oder Eitelkeiten nun Altkanzler Schröder, Minister Gabriel und Verdi-Chef Bsirske doch noch im Regen stehen lassen sollten, wäre die Blamage perfekt.

Insofern stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Kaiser’s Tengelmann-Mitarbeiter nach zwei Jahren der Unsicherheit Weihnachten im Optimismus feiern können. Sie haben einen erfolgreichen Abschluss des Supermarkt-Geschachers am ehesten verdient. Die Handelsbosse haben sich indes nicht mit Ruhm bekleckert. Erst in höchster Not und unter massivem politischen Druck raufen sie sich jetzt zusammen. Am Ende zählt allein der Erfolg, auch wenn er nur durch eine Politshow zu erzielen war.

 
 

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