Die vergessene Region

Auf die Frage, ob die schwarz-gelbe Bundesregierung das Ruhrgebiet mit seinen Problemen ausreichend gefördert habe, antworteten 79 Prozent der mehr als 1000 Menschen im Revier - im hier die Zeche Zollverein - mit Nein.
Auf die Frage, ob die schwarz-gelbe Bundesregierung das Ruhrgebiet mit seinen Problemen ausreichend gefördert habe, antworteten 79 Prozent der mehr als 1000 Menschen im Revier - im hier die Zeche Zollverein - mit Nein.
Foto: Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool

Was für ein Befund. Drei von vier Revierbürgern sehen ihre Interessen von der Bundesregierung vernachlässigt. Und nun, wer lernt was daraus?

Zum Ersten kann es keiner Bundesregierung gefallen, wenn es ei­nen wirtschaftlich nicht ganz unbedeutenden Landstrich mit fünf Millionen Einwohnern gibt, die sich als Vergessene der Republik fühlen.

Zum Zweiten muss sich auch eine Landesregierung fragen lassen, wie weit sie gekommen ist in der Vertretung der Landesinteressen, schließlich ist die SPD über den Bundesrat mächtig wie nie. Wenn Revierstädte an allen Ecken sparen und trotz hoher Schulden Millionen gen Osten überweisen müssen, ist das vielleicht ein Gesetz, trotzdem ein Unding.

Womit wir drittens bei den Institutionen des Ruhrgebiets wären. Die Städte und Gemeinden, sie sind meist dann ganz groß und metropolenhaft im Schulterschluss unterwegs, wenn es ums Verteidigen und Geldeinsammeln geht.

Mit Gemeinschaftswerk nach vorne, beim Sparen und Zusammenlegen, regiert doch meist der Kirchturm. Kurzum: Nicht nur die Außenwahrnehmung ist unterbelichtet, das Revier selbst bleibt unter seinen Möglichkeiten.

 
 

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