Die Skepsis vor dem Turnier

Der Mann, der seinen blauen Mittelklassewagen am Donnerstagmorgen über die A40 steuerte, muss sich trotz des wie so oft zähfließenden Verkehrs ein wenig verloren vorgekommen sein. Er war der Einzige, an dessen Auto zwei Deutschlandfähnchen flatterten.

An diesem Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft, Vorfreude aber will sich noch nicht so recht einstellen. Ein Grund dafür ist das Austragungsland: Frankreich steht derzeit nicht für Unbeschwertheit, die Terroranschläge von 2015 haben Besorgnis und Skepsis hinterlassen. Wird wirklich alles gut gehen? Man will nicht ängstlich sein – und stellt sich doch diese Frage.

Uns bleibt nur zu hoffen, dass das ohnehin schon vielfältig belastete Europa einfach nur ein verbindendes Sportfest feiern wird. Der Mensch ist ja glücklicherweise dazu in der Lage, dann auch schnell umschalten und Gutes genießen zu können. Am Sonntag spielt erstmals die deutsche Nationalmannschaft. Sollte gegen die Ukraine ein erster Sieg gelingen, wird sich der Fahrer mit den Fähnchen anschließend bestimmt als Vorreiter fühlen können.

 
 

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