Die Kurve muss sich selber retten

Platzsturm von Kölner "Fans" in Gladbach.
Platzsturm von Kölner "Fans" in Gladbach.
Foto: dpa
Werner Spinner, Präsident des 1. FC Köln, bietet den Ultras den Dialog an - und in Mönchengladbach gibt es Randale. Das ist nicht mehr hinzunehmen, aber Strafen alleine werden das Problem nicht lösen.

Essen.. Ein bisschen kann einem Werner Spinner leid tun. Der Präsident des 1. FC Köln hatte vor dem Derby bei Borussia Mönchengladbach ein ausführliches Interview gegeben, in dem er über die Teile der Kölner Fan-Szene gesprochen hat, die schon mehrfach böse aus dem Ruder gelaufen sind. Zusammengefasst waren Spinners Aussagen ein Plädoyer für einen moderaten Umgang mit Ultras. Der DFB, sagte Kölns Präsident, „hat die Maxime: Strafen. Und wenn noch mal was passiert: höhere Strafen.“ So drehe sich die Spirale ohne jede Lösung.

Am gleichen Tag ist die Fan-Gruppe „Boyz“ ihrem Präsidenten auf atemberaubend blöde Weise in den Rücken gefallen. Sie hat in Mönchengladbach gezündelt, sie hat den Platz gestürmt, sie hat den Präsidenten ihres Vereins verhöhnt. Alles für den einen Moment trauriger Berühmtheit.

Nun steckt Werner Spinners Verein wieder in der Spirale. Im Stadion und rundum kann es nur die Strategie der Null-Toleranz geben. Dass und wie Köln reagiert, ist notwendig, ist glaubhaft. Aber das alleine löst das Problem nicht. Das Traurigste an der Aktion in Gladbach war: Tausende im Kölner Block haben die „Boyz“ ungehindert machen lassen. Diese Tausende aber sind immer noch ein Fall für Werner Spinners Dialog. Mit ihnen muss man reden, immer wieder reden. Die Kurve muss begreifen: Auf Dauer kann sie sich nur selber retten.

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