Die Führung zerlegt sich selbst

Peter Meyer, der bei der Aufklärung der Affären wahrlich keine gute Figur gemacht hat, wurde eiskalt ab serviert. Doch das reicht nicht.
Peter Meyer, der bei der Aufklärung der Affären wahrlich keine gute Figur gemacht hat, wurde eiskalt ab serviert. Doch das reicht nicht.
Foto: imago/Müller-Stauffenberg
ADAC-Präsidium und -Verwaltungsrat haben es gemeinsam versäumt, den Autoclub zu demokratisieren. Sie tragen gemeinsam Verantwortung, sollten deshalb geschlossen zurücktreten und das Management austauschen. Der so traditionsreiche und im Prinzip sinnvolle Autoclub braucht einen Neuanfang.

Statt sich ernsthaft von Kopf bis Fuß zu reformieren und das verloren gegangene Vertrauen seiner fast 19 Millionen Mitglieder zurückzugewinnen, zerlegen die ADAC-Spitzen ihren Verein und sich selbst. Die verschworene Gemeinschaft der grauhaarigen Herren, die keine Frau in ihren Führungszirkeln dulden, bricht in der Krise auseinander.

Sie servieren Meyer eiskalt ab, der bei der Aufklärung der Affären wahrlich keine gute Figur gemacht hat. Doch das reicht nicht. Präsidium und Verwaltungsrat haben es gemeinsam versäumt, den Autoclub zu demokratisieren. Sie tragen gemeinsam Verantwortung, sollten deshalb geschlossen zurücktreten und das Management austauschen.

Es ist doch zynisch, dass nun ausgerechnet der bisherige Meyer-Vize August Markl dazu aufruft, bei der Reform nicht vor Tabus zurückzuschrecken. Auch er steht für Filz und Vertuschung und eine Kultur, die das Geschäftsgebaren des ADAC so aus dem Ruder laufen ließ. Der so traditionsreiche und im Prinzip sinnvolle Autoclub braucht einen Neuanfang. Nach der Schlammschlacht darf aber bezweifelt werden, dass die noch amtierenden Spitzen dazu in der Lage sind.

 
 

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