Die Angst geht um

In Ägypten geht die Angst um. Im Osten auf dem Sinai wird die hoch gerüstete Armee mit den Dschihadisten des „Islamischen Staates“ nicht mehr fertig. Ähnlich rasant wächst von Westen eine neue Bedrohung in Libyen heran. Immer mehr radikale Milizen Nordafrikas verbünden sich mit dem selbst ernannten Kalifen Ibrahim, alias Abu Bakr al-Baghdadi. Und so fand die Massenenthauptung der 21 ägyptischen Christen erstmals nicht im wüsten und zerklüfteten Hinterland von Syrien statt, sondern direkt am südlichen Mittelmeer, an einem Strand vis-à-vis von Italien. Damit definiert sich der „Islamische Staat“ nicht mehr nur als Bedrohung für die umliegende arabische Welt, sondern auch als direkte Gefahr für das gegenüberliegende Europa. Schlauchboot-Kommandos können von Libyen aus innerhalb weniger Stunden das europäische Ufer erreichen. Schon jetzt durchkämmen IS-Jeeps riesige Wüstenregionen nach westlichen Geiseln, für die sich Lösegelder erzielen lassen.

Das ehemalige Gaddafi-Imperium mit seinen rund 2000 Kilometern Küste dagegen ist mittlerweile so zerrüttet, dass die Gotteskrieger hier ungestört ihre neue Operationsbasis gen Brüssel errichten können. Und dann geht bald nicht mehr nur in Ägypten die Angst um.

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