Die Albrechts und der Handel

Thomas Wels
Nach dem Tod von Karl Albrecht stellt sich die Frage, wie es weitergeht mit Aldi-Süd. Der Übergang ist seit Jahrzehnten geregelt. Was man sich von den Nachfolgern in der Verantwortung wünscht, ist mehr Offenheit und weniger Geheimniskrämerei.

Es gibt viele große Namen, auf die das Ruhrgebiet als Industrieregion stolz sein darf: Thyssen, Krupp, Stinnes. Es gibt aber auch große Namen, die aus der Region heraus den Handel revolutioniert haben.

Otto Beisheim als Gründer der Metro-Märkte gehört dazu, ganz sicher aber auch die beiden Brüder Theo und Karl Albrecht.

Aldi – das Konzept des Albrecht Discounts – hat den herkömmlichen Supermärkten das Leben schwer ­gemacht, das der Kunden dafür leichter. Kein Schnickschnack, überschaubares Sortiment in Kartons statt in aufwendigen Regalen, günstige Preise – das war authentisch, bodenständig und traf einen Nerv.

Längst haben es Aldi Nord und Aldi Süd zu einer unglaublichen Größe gebracht. Die Einkaufsmacht lässt nicht nur Mittelständler zittern, auch die Manager der großen Lebens­mittel-Konzerne stehen sofort parat, wenn der Chef-Einkäufer von Aldi am Telefon ist.

Nun, nach dem Tod auch von Karl Albrecht, stellt sich die Frage, wie es weitergeht mit dem Discounterreich Süd. Der Übergang ist seit Jahrzehnten geregelt. Was man sich von den Nachfolgern in der Verantwortung wünscht, ist mehr Offenheit und weniger ­Geheimniskrämerei. Was in Zeiten des Fachkräftemangels sicherlich auch im Interesse von Aldi liegt.