Der permanente Versuch, aus Fehlern zu lernen

Die Experten der Task Force, die kurz nach dem absichtlich herbeigeführten Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ihre Arbeit aufnahm, hatten drei Fragen zu klären: Muss etwas am Öffnungsmechanismus der Cockpit-Tür geändert werden? Sind die medizinischen Kontrollen der Piloten ausreichend? Braucht es neue Verfahren, um psychische Besonderheiten zu erkennen? Die gestern vom Bundesverkehrsminister vorgestellten Empfehlungen laufen auf eher behutsame Änderungen hinaus.

Das ist nicht überraschend, denn die Sicherheitsstandards waren bislang schon nicht schlecht. Sie waren nicht perfekt, und das werden sie auch künftig nicht sein. Aber Weiterentwicklungen, Verbesserungen, Anpassungen, Optimierungen sind nötig. Das sollte normalerweise ein kontinuierlicher Prozess sein. Manchmal allerdings sind es erst Katastrophen, die zu Veränderungen führen. Das ist schlimm. Aber so funktionieren wir Menschen: Wir versuchen aus Fehlern zu lernen.
Das Entscheidende ist bereits geschehen. Das ist nicht die Vorgabe, dass sich immer zwei Personen im Cockpit aufhalten müssen. Ein männlicher Pilot kann eine weibliche Flugbegleiterin normalerweise überwältigen. Trotzdem ist die Richtlinie hilfreich. Viel wichtiger aber ist, was sich automatisch innerhalb der Crews entwickelt hat: Man achtet mehr aufeinander. Wenn, wie nun vorgeschlagen, Mitarbeiter mit psychischen Problemen nicht ausgegrenzt werden, sondern leichter Hilfe bekommen können, wenn die Hemmschwelle gesenkt wird, diese auch anzunehmen, wenn medizinische Tests intensiviert werden, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich etwas wie am 24. März wiederholen kann. Sehr hoch war sie allerdings auch vorher nicht.

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