Schlafmittel

Der Hausarzt als Buhmann

Laut Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske sind in Deutschland 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen abhängig von Schlaf- und Beruhigungsmitteln.
Laut Gesundheitswissenschaftler Gerd Glaeske sind in Deutschland 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen abhängig von Schlaf- und Beruhigungsmitteln.
Foto: Matthias Hiekel/Symbolbild

Hausärzte verschreiben zu viel Schlafmittel, besagt eine Gesundheitsstudie. Und damit scheint der Buhmann gefunden zu sein: der Arzt. Statt Valium sollte er dem Patienten empfehlen, sein Schlafzimmer gut zu lüften und ihm Kaffee verbieten.

Natürlich gibt es Ärzte, die sofort den Rezeptblock zücken. Aber es gibt auch die, die dem Verbrauch der Schlafdrogen äußerst kritisch gegenüber stehen – und sich dabei oft keine Freunde machen: Denn die Patienten wollen viel zu oft die schnelle Hilfe. Riskant, aber verständlich, denn durchwachte Nächte nerven und rauben jede Energie.

Gefahren der Tabletten werden oft unterschätzt

Aber nicht nur manche Ärzte, auch manche Patienten sind leichtfertig: Diese Leute, die Schlaftabletten wollen, damit sie im Flieger wegnicken können.

Obwohl Patienten heute so gut informiert sind wie noch zu keiner Zeit, scheinen sie die Gefahren zu unterschätzen. Gerade das Hineinschlittern, das Einfach-mal-Ausprobieren ist der Einstieg in die Abhängigkeit.

Wenn der Arzt mehr Zeit hätte, um zuzuhören, würde sich manches Schlafproblem lösen: Denn oft sitzen Sorgen dahinter – wogegen eine Pille ohnehin nichts bringt.

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