Das Wunder des Thalys

Thalys-Züge fahren nach dem Anschlags-Versuch von Freitag mit Polizeischutz, auch an den Bahnsteigen in Brüssel patrouillieren Polizisten.
Thalys-Züge fahren nach dem Anschlags-Versuch von Freitag mit Polizeischutz, auch an den Bahnsteigen in Brüssel patrouillieren Polizisten.
Foto: Imago
Zivilcourage sticht Terror - dieses Mal. Doch eigentlich hätte der schwer bewaffnete Mann niemals an Bord des Thalys kommen dürfen.

Völlig zu Recht werden die Männer, die den schwerbewaffneten Islamisten im Thalys-Schnellzug überwältigten, als Helden gefeiert. Ihr Mut und ihre Selbstlosigkeit haben aller Wahrscheinlichkeit nach ein weiteres blutiges Attentat vereitelt. Zivilcourage sticht Terror – diesmal jedenfalls.

Doch wer von den „Helden des Thalys“ spricht, muss auch vom „Wunder des Thalys“ sprechen. Schließlich hatte der Täter kein Problem, mit Waffen und einem Sack voller Munition in den Zug zu gelangen. Allein weil sich fünf wirklich außergewöhnliche Passagiere an Bord befanden, konnte das Schlimmste verhindert werden.

Nun sollen Polizisten auch in den Hochgeschwindigkeitszügen patrouillieren, und in Paris gibt es Überlegungen, wie in Spanien die Bahnhöfe mit Metalldetektoren auszurüsten. Belgien verstärkt zudem die Polizeipräsenz in den Brüsseler Bahnhöfen, in Frankreich geschah das landesweit schon im Januar. Ausschließen lassen sich weitere Attentatsversuche trotzdem nicht, irgendeine Sicherheitslücke wird es immer geben. Da tröstet der Gedanke, dass es eben auch Helden gibt.

 
 

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