Das Klima im Land ist schwer vergiftet

Die gute Nachricht: Der abstoßendste Wahlkampf in der Geschichte Amerikas ist morgen vorbei. Es wird gewählt. Endlich. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat Wort gehalten. Nie zuvor gab es eine derartige Schlammschlacht und nicht enden wollende Geisterbahnfahrt. Wohin man auch sieht: überall Opfer, überall verbrannte Erde.

Die schlechte Nachricht: Egal, wer gewinnt – es wird so schnell nicht besser. Eine Hälfte des Landes wird auf jeden Fall zwischen Verbitterung, Resignation, Zorn und Angst stecken, wenn das Ergebnis feststeht. Zieht Hillary Clinton ins Weiße Haus ein, wird die geschichtliche Dimension – die erste Frau im höchsten Amt – schnell verblassen. Ihre Beliebtheitswerte sind alarmierend schlecht.

Die Republikaner werden sich auf Dauersabotage verlegen. Sollte die Demokratin knapp die Nase vorn haben, wird der Anti-Demokrat Donald Trump die Legitimität des Wahlausgangs untergraben. Wie die unversöhnlichsten seiner Anhänger dann reagieren, weiß niemand. Öffentliche Unruhen wären aber keine Überraschung. Das Klima im Land ist schwer vergiftet.

Tritt der größte anzunehmende Unfall ein – Präsident Donald J. Trump –, sind Amerika und die Welt über Nacht auf hoher See. Alle Gewissheiten über die Vereinigten Staaten, ihr wahrscheinliches Auftreten nach innen wie nach außen, sind dann über Bord zu werfen. Trump hat jeden Eckpfeiler angesägt, auf dem Amerikas Fundament ruht. In einer per se konfliktreichen Nation wären unter seiner Präsidentschaft ernsthafte Krisen nicht auszuschließen. Spätestens dann, wenn ihn sein fehlendes Verantwortungsgefühl einholt. Trump weiß, dass er nicht einen Bruchteil seiner Versprechungen (Mauerbau, Arbeitsplätze etc.) wird einlösen können. Das System würde dies nicht zulassen. Wenn Amerika merkt, dass es für dumm verkauft wurde, kann es sehr ungemütlich werden. Weltweit.

 
 

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