Das abgehängte Ruhrgebiet

Frank Meßing
Frank Meßing
Foto: Bernd Lauter/WAZ FotoPool

Wirtschaft und Politik werden nicht müde, die Stärken des Ruhrgebiets zu preisen. Allmonatlich werden die Akteure der Region allerdings durch die Arbeitslosenstatistik auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Zahlen zeigen nüchtern und schnörkellos, dass die Region immer noch mit gravierenden Problemen zu kämpfen hat und von Südwestfalen oder dem Rheinland abgehängt wird.

Während bundes- und landesweit die Quote spürbar sank, gibt es im Revier einen Anstieg der Arbeitslosigkeit – trotz guter Konjunktur und günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. In Gelsenkirchen waren 2015 sogar fast zehn Prozent mehr Menschen ohne Job als noch ein Jahr zuvor.

Der negative Trend ist nicht nur mit der wachsenden Zahl der Zuwanderer zu erklären, die zu uns kommen. Hier wird deutlich, dass die schwindende Bedeutung der Montanindustrie noch immer nicht ausreichend durch neue Unternehmen kompensiert wird, die vergleichsweise viele Arbeitsplätze anbieten wie einst Kohle und Stahl. Der Strukturwandel wird das Ruhrgebiet noch lange Zeit beschäftigen.

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