China fürchtet die Demokratie

Gudrun Büscher
Studenten blockieren im Zentrum Hongkongs eine Kreuzung.
Studenten blockieren im Zentrum Hongkongs eine Kreuzung.
Foto: Alex Hofford

Hongkong, einstige britische Kronkolonie, erlebt einen Aufstand. Mitten im Finanzbezirk haben sich nicht nur Schüler und Studenten versammelt. Sie fordern, was ihnen 1997 versprochen worden war, als Hongkong ins chinesische Reich zurückkehrte: freie Wahlen.

„Ein Land, zwei Systeme“ hieß die Zauberformel, die den Menschen in Hongkong den Übergang erleichtern sollte. Doch Chinas kommunistische Führung wird nie ernsthaft daran gedacht haben, in einem Teil ihres Reichs Demokratie aufkommen zu lassen. Wer stellt schon das eigene Machtmodell in Frage? So werden Erinnerungen an Peking 1989 wach, als Panzer über Hunderte friedliche Demonstranten hinwegrollten, die Demokratie gefordert hatten. Trotzdem ist es kaum vorstellbar, dass sich Geschichte wiederholt. Und vielleicht fürchtet Peking den großen Aufstand und seine Folgen mehr als ein bisschen Demokratie in der Sonderwirtschaftszone.