Billige Werkbank China war einmal

In China protestieren die Arbeiter einer Schuhfabrik erstmals für Sozialleistungen.
In China protestieren die Arbeiter einer Schuhfabrik erstmals für Sozialleistungen.
Foto: dpa

China verblüfft uns immer wieder. Der kommunistische Staat ist zu einer starken Wirtschaftsmacht aufgestiegen, die inzwischen westliche Konzerne aufkauft. Daimler, BMW oder Audi würden in die Röhre schauen, könnten sie ihre Premiumautos nicht auf dem gewaltigen chinesischen Markt absetzen.

Diese rasante Entwicklung im Reich der Mitte lässt das Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer wachsen. Zehntausende Beschäftigte einer chinesischen Schuhfabrik streiken. Ihnen geht es nicht nur – wie in der Vergangenheit – um die Höhe ihrer Löhne. Nun pochen sie auf ihre Rechte in den Arbeitsverträgen und ihre soziale Absicherung.

Westliche Firmen müssen sich deshalb von der Vorstellung verabschieden, dass China für sie auf Dauer eine billige Werkbank ist. Auch wenn Adidas noch mit breiter Brust nichts von Lieferengpässen wissen will und auf 1000 verschiedene Zulieferer verweist, wird der Streik in der riesigen Schuhfabrik Yueyuen Folgen haben. Adidas & Co. werden höhere Preise akzeptieren oder sich andere Fabriken suchen müssen. Für den US-Markt lässt eine chinesische Manufaktur bereits Schuhe in Äthiopien nähen.

 
 

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