Beziehung voller Baustellen

Trotz des Schönwetter-Auftritts in Hannover: In Wirklichkeit bestehen die deutsch-amerikanischen Beziehungen aus einer Vielzahl von Baustellen. Die seit 2013 andauernden Gespräche über das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP treten auf der Stelle.

In der Flüchtlingskrise überschüttet Obama Merkel zwar mit Lob. Aber bei der Aufnahme von Migranten hält sich Amerika vornehm zurück. Dabei war die Supermacht maßgeblich an den aufflammenden Krisenherden beteiligt. Im Irak und in Afghanistan durch Bushs Invasionen, in Libyen und Syrien eher durch Obamas halbherziges Engagement.

Obamas Strategie bestand von Anfang an im Rückzug aus den gefährlichen Brennpunkten dieser Welt. Aus dem Über-Engagement Bushs wurde ein Unter-Engagement. Dieses Vakuum wird nun – siehe Syrien – durch Spieler wie Russland, den Iran, die Türkei oder Saudi-Arabien ausgefüllt.

Die Ergebnisse bekommt Deutschland direkt zu spüren. Die Flüchtlingsströme aus Nahost und Nordafrika sind auch deshalb so stark geworden, weil Amerika sich weigerte, als Ordnungsmacht einzugreifen. Obama ist über weite Strecken ein Reparaturpräsident. Innenpolitisch wollte er vor allem die Scherben der Finanzkrise zusammenkehren, die durch eine maßlose Politik des billigen Geldes ausgelöst worden war.

 
 

EURE FAVORITEN