Berlin muss reagieren!

Das Todesurteil gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten von Ägypten brüskiert auch die Bundesregierung. Erst vor zwei Monaten hatte Vizekanzler Sigmar Gabriel den ägyptischen Staatschef al-Sisi nach Berlin eingeladen. Man wollte dem Putschisten eine Chance geben, Ägypten beim Aufbau helfen.

Dass al-Sisis Justiz in dieser Phase Vorgänger Mursi mit dem Tod bedroht, beweist die furchtbaren und chaotischen Zustände am Nil. Zwar ist das Urteil gegen Mursi noch nicht endgültig und rechtskräftig. Aber „Recht“ scheint bei der ägyptischen Führung offensichtlich eh keine Bedeutung zu haben. Die Ideale des arabischen Frühlings wurden dahingemetzelt; und mit ihnen die Hoffnungen vieler Ägypter auf Wandel.

Wenn die Bundesregierung nun nicht äußerst harsch auf das Urteil reagiert, provoziert sie den Verdacht, dass ihr der wirtschaftliche Austausch mit dem ägyptischen Regime wichtiger ist als die Menschrechte.

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