Bachs Botschaft: Sich mit keinem anlegen

Bloß kein Ärger mit Wladimir Putin: IOC-Präsident Thomas Bach (r.). Foto:dpa
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Hinter der Neujahrsbotschaft des IOC-Präsidenten steckt vor allem eine Botschaft: Thomas Bach, der sich als passionierter Strippenzieher ins höchste Amt laviert hat, legt sich auch künftig nicht mit den Mächtigen an. Ein Kommentar

Nach Thomas Bachs Wahl zum IOC-Präsidenten überwog die Zahl der Skeptiker. Ihm wohlgesinnte Kritiker gaben dagegen der Hoffnung Ausdruck, der erfolgreiche Fechter und passionierte Strippenzieher könne, da sein Ehrgeiz befriedigt war, in Zukunft mehr Wagnisse eingehen.

Eine trügerische Hoffnung, wie der Nachfolger von Jacques Rogge jetzt einmal mehr mit seiner Neujahrsbotschaft demonstrierte. Statt vor den im Februar stattfinden Winterspielen in Sotschi den russischen Olympia-Gastgebern noch einmal mahnende Worte ins Stammbuch zu schreiben, flüchtet sich Bach in Floskeln.

Um Terrorakte im Vorfeld der Spiele als „feige“ zu verurteilen, ist nun wahrlich kein Mut nötig. Eher schon dafür, mit der Autorität des IOC-Vorsitzes nachdrücklich auf die Menschenrechtsverletzungen und das aktuell im Fokus stehende Anti-Homosexuellen-Gesetz im Land des Olympia-Gastgebers hinzuweisen.

Doch Bach, der mit Lavieren die oberste Sprosse der Funktionärs-Karriereleiter erklommen hat, geht auch diesmal den Weg des geringsten Widerstandes und legt sich nicht mit noch Mächtigeren an. Mehr noch: Mit seinem platten Appell, die Olympischen Spiele sollten „keine Plattform für Politik“ sein, ignoriert er geflissentlich die Realität. Hat es doch unpolitische Spiele noch nie gegeben. Niemand weiß dies besser als der IOC-Präsident.

 
 

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