Am Radschnellweg Ruhr führt kein Weg vorbei

So könnte die „Fahrradautobahn“ aussehen.
So könnte die „Fahrradautobahn“ aussehen.
Foto: rvr
Der 101 Kilometer lange Radschnellweg von Duisburg bis nach Hamm ist eine faszinierende Idee. Jetzt gibt es endlich konkrete Pläne. Auch wenn’s teuer wird – am Geld sollte es nicht scheitern.

Wer morgens auf der A40 bei Mülheim-Heißen im Stau steht, wer im Sommer eine Fahrt in der Schweiß dampfenden S1 durchleidet – der weiß: Am Radschnellweg Ruhr führt eigentlich kein Weg vorbei. Das Projekt ist toll, für die Menschen ein echter Gewinn, und es verbindet die Region im besten Sinne. Mit ihm schlagen Radler Kreuzungen und Ampeln ein Schnäppchen. Binnen zwanzig, dreißig Minuten ist man oder frau in der nächsten Stadt, mit dem E-Bike noch schneller – plötzlich eröffnen sich im Ruhrgebiet neue Welten.

Nur: „Toll“ kostet Geld, in diesem Fall schlanke 183,4 Millionen Euro. Wer sich die Kirchtürme entlang der Strecke anschaut, weiß auch, wo die Kirchenmäuse wohnen. Für die klammen Kommunen wird die Co-Finanzierung schwer. Und beim Land wird das Geld bekanntlich auch knapper. Da kann einem schon bange werden um so eine tolle Idee...

Am Geld aber darf das Projekt nicht scheitern. Für Autobahnen ist ja offenbar noch genug vorhanden, da ist der Kilometer Strecke viel teurer. Was also fehlt, ist ein starkes politisches Signal. Der Bund hat gestern mit der Staatssekretärin einen Anfang gemacht, Städte und Land sollten folgen. Autobahnen werden auch nicht in einem Rutsch gebaut. Mit jedem fertigen Abschnitt wird der Radschnellweg seine Vorteile mehr und mehr entfalten. Ob er nun 2020 fertig ist – oder ein, zwei Jahre später: einerlei. Hauptsache, die Radfahrer kommen dann doch irgendwann einmal schneller und sicherer an ihr Ziel.

 
 

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