Alles mit Steuergeldern

Monika Willer zum Verkauf der WestLB-Kunstsammlung

Die Kunstsammlung der WestLB wurde mit Steuergeldern erworben und soll nun durch die Nachfolgerin Portigon verkauft werden, um die Verbindlichkeiten des zusammengebrochenen Bankhauses zu tilgen. Das ist eine schlechte Nachricht für die Steuerzahler, weil man damit gutes Steuergeld schlechtem Steuergeld hinterherwirft. Portigon-Vorstand Franzmeyer könnte sich vorstellen, dass diese Kunstwerke in NRW bleiben; die Museen müssten sie aber zu aktuellen Marktpreisen kaufen. Das ist die zweite schlechte Nachricht: Damit müsste der Steuerzahler erneut für Kunst bezahlen, die er bereits einmal finanziert hat.


Der Vorschlag, die Sammlung zwei Jahre lang in NRW-Museen zu zeigen, ist die dritte schlechte Nachricht. Hier sollen also die von der öffentlichen Hand getragenen Häuser das Parkett liefern, auf dem sich der private Kunstmarkt hungrig schauen kann. Dass diese Pläne aufs Tapet kommen, noch bevor die Kulturministerin den geplanten runden Tisch zur Zukunft der Sammlung einberufen kann, beweist wenig Respekt vor dem allgemeinen Eigentum. Öffentliche Unternehmen haben nur einen einzigen Grund, Gemälde oder Skulpturen zu kaufen: ihr Auftrag der Kunstförderung. Bei Entscheidungen über die Zukunft dieser Werke muss die Öffentlichkeit als Eigentümerin mitreden dürfen. Die Kunstverkauf-Affäre zeigt deutlich, dass eine Kontrollinstanz fehlt.

EURE FAVORITEN