„Markus Lanz“ im ZDF: „In diesem Land ist es bald finster“ – FDP-Mann Kubicki macht klare Ansage

Wolfgang Kubicki bei Markus Lanz im ZDF.
Wolfgang Kubicki bei Markus Lanz im ZDF.
Foto: Screenshot ZDF

Hamburg. Als „hartes Medium, wo spaltend und polarisierend geredet wird“ bezeichnete Grünen-Chef Robert Habeck Twitter. Mit dieser Begründung reagierte der Politiker am Anfang der Woche auf harsche Kritik, die ihm in den sozialen Netzwerken entgegenschlug, und zog sich aus Twitter und Facebook zurück.

Richtig oder zu ängstlich? Darüber wurde auch bei „Markus Lanz“ im ZDF am Dienstagabend diskutiert.

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„Markus Lanz“ im ZDF: Kubicki kritisiert Habeck für Twitter-Rückzieher

Für seinen Rückzieher erntete er bei Markus Lanz vor allem Kritik vom stellvertretenden FDP-Chef Wolfgang Kubicki. „Jemand der Führungverantwortung übernehmen will in diesem Land, der darf sich von so etwas nicht beeindrucken lassen. Der muss damit professionell umgehen“, schoss der 66-Jährige in Richtung Habeck.

Kubicki war neben IT-Sicherheitsexperte Linus Neumann, der Journalistin Claudia Kade und der Schauspielerin Miriam Maertens einer der Gäste in der Talk-Sendung von Markus Lanz. Der FDP-Mann, wie Habeck ebenfalls Schleswig-Holsteiner, teilte ordentlich gegen den Grünen-Chef aus.

Dabei ging er auch auf Habecks Aussage ein, die in den sozialen Netzwerken erst kürzlich einen Shitstorm versursacht hat. Ein Grund für Habeck dort auszutreten. Der Grünen-Chef hatte gesagt, dass die Partei versuche, alles zu machen, damit Thüringen frei und demokratisch wird.

Kein Verständnis für Entschuldigung

„Ich sage mal, Robert Habeck glaubt das wirklich, dass Thüringen erst dann demokratisch wird, wenn mehr grün gewählt wird“, legte Kubicki den Fehltritt seines politischen Gegners aus.

Kein Verständnis hat der FDP-Politiker dafür, dass Habeck sich dafür entschuldigt hat. Bei Markus Lanz sagt er: „Ich entschuldige mich auch nicht dafür, dass ich glaube, dass ich gut bin.“

Kubicki argumentiert mit Meinungsfreiheit

Seine Meinung begründet Kubicki mit der geltenden Meinungsfreiheit: „Meinungsfreiheit bewährt sich gerade dann, wenn man eklige Meinungen hört. Solange sie nicht strafbar sind, müssen sie auch ertragen werden könnne. Wer das nicht will, engt das Spektrum des Sagbaren immer weiter ein mit fatalen Folgen.“

Der Politiker der Liberalen schlägt dabei bei Markus Lanz Alarm, wenn es darum geht, andere Meinungen zu akzeptieren: „Wenn wir dazu übergehen, dass wir alle Meinungen, die wir nicht teilen, sofort moralisch diskreditieren, dann ist es in diesem Land bald finster.“

FDP-Vize bezeichnet Beleidigungen als Stilmittel

Dürfen wir also im Netz poltern wie wir wollen, alles unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit? Kubicki hat dazu eine klare Meinung, die wie ein Freibrief für Hasskommentare gilt: „Man muss Beleidigungen ertragen, wenn sie als Stilmittel dienen um eine Sache zu transportieren.“

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Eine Meinung, die der IT-Experte Linus Neumann so nicht stehen lassen wollte: „Wenn jetzt alle nur noch auf einem ausbaufähigen Niveau diskutieren kommentiern, dann fehlt uns mit jedem derartigen Spruch die Gelegenheit uns sinnvoll mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen“, sagt er bei Markus Lanz.

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Das ist die Fernsehsendung „Markus Lanz“:

„Markus Lanz“ ist eine Talkshow im ZDF, benannt nach Moderator Markus Lanz.

Die 75-minütige Sendung wird dienstags bis donnerstags am späten Abend ausgestrahlt.

Meistens wird die Sendung einige Stunden vor der Ausstrahlung in einem TV-Studio in Hamburg-Altona aufgezeichnet, mitunter gibt es auch Live-Übertragungen.

In jeder Ausgabe der Show empfängt Markus Lanz vier bis fünf (meist prominente) Talk-Gäste, mit denen er zu einem pro Sendung jeweils neuen Thema spricht.

 
 

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