Zu wenig Freiwillige: Wer darf an Heiligabend Urlaub nehmen?

Heiligabend und Silvester sind laut Gesetz ganz gewöhnliche Arbeitstage
Heiligabend und Silvester sind laut Gesetz ganz gewöhnliche Arbeitstage
Foto: Getty Images/iStockphoto
Wollen Mitarbeiter nicht freiwillig an unbeliebten Tagen wie Heiligabend und Silvester arbeiten, muss der Chef auswählen. Was ein Anwalt rät.

Berlin..  Ich leite eine kleine Firma, in der es notwendig ist, dass einige Kollegen am Heiligabend und an Silvester arbeiten. Es gibt deutlich weniger Kollegen, die sich freiwillig für die Arbeit zur Verfügung stellen, als Schichten, die besetzt werden müssen. Wie organisiere ich das, wenn ich nach der Rechtslage vorgehen will?

Das sagt Rechtsanwalt Dr. Heiko Peter Krenz: Heiligabend und Silvester sind laut Gesetz ganz gewöhnliche Arbeitstage. Wird bei Ihnen beispielsweise regulär an einem Sonnabend von 9 bis 17 Uhr gearbeitet, ist dies auch am 24. und 31. Dezember dieses Jahres so. Doch ohne Frage gehören Heiligabend und Silvester zu den unbeliebtesten Arbeitstagen im ganzen Jahr.

Wer wie Sie nicht auf seine Belegschaft verzichten kann, steht somit vor der unangenehmen Aufgabe, auswählen zu müssen, wer frei bekommen soll. Einigen Mitarbeitern müssen sie wohl oder übel die freien Tage verwehren. Sie entscheiden im Rahmen Ihres Weisungsrechts, wer an den unbeliebten Tagen arbeiten muss.

Einen zwingend vorrangigen Anspruch auf Urlaub hat jedoch niemand. Nach Maßgabe des Gesetzgebers müssen Sie Ihre Entscheidung nach „billigem Ermessen“ treffen. Das bedeutet, dass Sie die sozialen Belange und Urlaubswünsche sämtlicher Arbeitnehmer gegeneinander abwägen müssen. Im Einzelfall kann es daher zum Beispiel durchaus gerechtfertigt sein, Urlaubswünsche von Mitarbeitern mit Familie vorrangig zu berücksichtigen.

Ausgleich unter Mitarbeitern herbeiführen

Das bedeutet aber keineswegs, dass die Singles unter Ihren Mitarbeitern und diejenigen ohne Kinder stets den Kürzeren ziehen sollten. Wer aus dem Team in den vergangenen Jahren bereits Weihnachten arbeiten musste, sollte in diesem Jahr bevorzugt frei bekommen.

Wollen Sie als Arbeitgeber Konflikte in der Belegschaft vermeiden, sind Sie gut beraten, das Gespräch zu suchen. Beispielsweise können Sie einem Mitarbeiter, der die Weihnachtsschicht auf sich nimmt, versprechen, Vorrang beim Sommerurlaub zu haben. So kann am ehesten ein Kompromiss gefunden werden, mit dem alle – mehr oder weniger – zufrieden sind.

 
 

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