Wie Sie durch den Dschungel der Fahrrad-Navis finden

Nicht alle GPS-Geräte finden sich problemlos auch abseits der Hauptstraßen zurecht.
Nicht alle GPS-Geräte finden sich problemlos auch abseits der Hauptstraßen zurecht.
Foto: Kai Kitschenberg
GPS-Geräte erobern die Fahrrad-Lenker. Doch die Satellitennavigation überfordert viele Hobby-Radler. Ein Experte erklärt, was beim Kauf wichtig ist.

Essen. Mit der Nase im Wind und dem Leitstrahl aus dem All: GPS-Navigationsgeräte für Fahrräder weisen heute bei Radtouren auf den rechten Weg. Wer schon mal versucht hat, während der Fahrt eine Papierkarte im Gegenwind aufzufalten, weiß diese himmlische Hilfe zu schätzen.

Nur: „Das ,beste’ Navi gibt es so wenig wie das beste Rad“, sagt Thomas Froitzheim, GPS-Experte des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club). Ein Ratgeber für Radfreunde, die ins digitale Zeitalter rollen wollen.

Wie Sie durch den Dschungel der GPS-Geräte finden

Grob gesagt lässt sich die Masse der angebotenen Fahrrad-Navis in zwei Klassen unterteilen. Komfort-Geräte (zum Beispiel Falk Ibex oder Teasi One) mit vorinstallierten Karten sollen dem Besitzer so wenig Arbeit wie möglich machen und ihn problemlos von A nach B führen.

Planungsorientierte Navis (Garmin-Geräte, Satmap Active, TwoNav Anima) sind indes für Radler gedacht, die ihre Touren zuvor am PC oder auf der Papierkarte austüfteln und auf besondere Streckenverhältnisse zuschneiden, ehe sie die Routen auf das GPS-Gerät übertragen. Von etwa hundert Euro bis weit über 600 Euro reichen die Preise, was die Kaufentscheidung noch schwerer macht.

Thomas Froitzheim rät, Vor- und Nachteile der Geräte abzuwägen: Komfort-Navis etwa seien für GPS-Anfänger und Technik-Laien in der Regel recht schnell beherrschbar. In der Stadt könnten sie wunderbar durch die Straßenschluchten leiten. „Doch für eine mehrstündige Fahrradtour finden sie nicht immer die schönsten Wege“, so der Experte.

Bei planungsorientierten Navis sollten Käufer wegen der längeren und härteren Touren vor allem auf Displayqualität und Akkulaufzeit achten, rät Froitzheim. Übungssache für den Nutzer aber bleibt: Die Touren sollten problemlos und einfach auf das Navi übertragen werden können. „Die Geräte sind klasse – wenn man sie denn bedienen kann“, gibt er zu bedenken. Technik-Muffel müssten zumindest mit einer längeren Eingewöhnungsphase rechnen.

Oder doch lieber das Smartphone als Navi?

Grundsätzlich sei ein GPS-fähiges Smartphone dank entsprechender Apps auch als Fahrrad-Navi zu gebrauchen, sagt der ADFC-Experte. In der Praxis aber habe das Handy gravierende Nachteile – nicht nur, weil die Geräte nicht wassergeschützt sind. „Für die Navigation wird eine ständige Internet-Verbindung gebraucht, offline können die meisten Apps keine Strecken berechnen“, so Froitzheim.

Zweitens verbrauche ein Smartphone mit beleuchtetem Display derart viel Akkuleistung, dass Radler aufpassen müssten, bei einer mehrstündigen Tour nicht plötzlich ohne Routenführer dazustehen, weil der Stromspeicher leer ist.

Erst testen, dann kaufen

„Satellitennavigation erleichtert vieles und verschönert Radtouren, weil der Fahrer die Natur genießen kann“, sagt Thomas Froitzheim. „Mir macht es Spaß, auf der guten alten Papierkarte eine Tour zu entwerfen und sie auf das Navi zu übertragen.“ Wer jedoch das passende Gerät finden wolle, sollte sich vor dem Kauf ausführlich beraten lassen. Er empfiehlt: „Fragen Sie den Händler, ob Sie das Gerät auf einer kurzen Testfahrt ausprobieren können. Achten Sie dabei auf eine möglichst einfache Menüführung und ein Display, das auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar ist“.

Drei Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene

  • Kaufberatung: Die Zeitschrift „Radtouren-Magazin“ stellt jedes Jahr im Frühling die wichtigsten Informationen über GPS-Navigation für Fahrräder zusammen. Das Info-Büchlein trägt den Titel „GPS auf Radtour“ und bietet neben einer Kaufberatung auch umfangreiche Tipps zu Zubehör und Tourenkarten. Für den Preis von zwei Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) kann es bestellt werden unter: www.radtouren-magazin.com/gpsguide
  • Kostenlose Karten: Radroutenplaner im Internet bieten vorgeplante Routen, die heruntergeladen und auf das GPS-Gerät übertragen werden können. Touren in NRW gibt es auf der Seite www.radroutenplaner.nrw.de
  • Tourenvorschläge: Das größte Kartenangebot bieten die Internetportale www.gpsies.com und www.bikemap.net. Auf dem Portal des ADFC kann man unter www.adfc-tourenportal.de Touren berechnen lassen.
 
 

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