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Weihnachts-Stress – So vermeiden Sie die schlimmsten Fallen

Weihnachten Stress
Foto: Thinkstock
Weihnachten ist das Fest der Liebe. Man kann das gar nicht oft genug sagen, denn in den letzten Tagen vor dem Fest gerät der Grundgedanke häufig in den Hintergrund. Geschenke kaufen, Essen vorbereiten, Baum besorgen – Stress pur. Wir haben zehn Tipps, um Weihnachten wieder besinnlich zu machen.

Essen. 

Die Gans verbrennt im Ofen, das Geschenkpapier reicht bis zum vorletzten Präsent und Papa flucht, weil der Tannenbaum partout nicht in den Ständer will. Weihnachten als Fest der Liebe und Besinnlichkeit? Das kennen die meisten doch nur aus Büchern und schlechten Kitschfilmen aus Hollywood. Doch das muss nicht sein. Wir präsentieren die Top Ten der Ratschläge, mit denen der Stress an den Feiertagen nicht überhand nimmt.

Platz 10: Kommunikations-Vermeidungs-Strategie

Laptop aus, Smartphone aus, Telefon aus. Wenn Heiligabend zum Hürdenlauf über noch nicht verpackte Geschenke, quengelnde Kinder und nicht verstaute Einkäufe wird, liegt das meist nicht an uns selbst. Schuld sie all die anderen, die uns keinen Arbeitsschritt beenden lassen, ja nicht einmal einen halben Gedanken zu Ende denken lassen. Deshalb: Machen Sie sich (so gut wie möglich) unsichtbar. Seien Sie nicht erreichbar, stehen Sie nicht zur Verfügung. Wer an Heiligabend anruft, will ohnehin nie etwas Wichtiges, sondern höchstens vom eigenen Weihnachtsstress berichten.

Platz 9: No politics

Opa mag die Öko-Hansel von den Grünen nicht, Onkel Erwin hat eine Abneigung gegen Sozialdemokraten und für Tante Erna sind sowieso alle Politiker korrupt. Nur der Christian Lindner nicht, der guckt immer so freundlich. Aber egal. Wenn Weihnachten ein Fest der Liebe sein soll, dann machen Sie Politik zum Tabu-Thema, das ist Ihre einzige Chance. Denn mal ehrlich: Es kann doch nicht sein, dass einem beim Anblick der holden Verwandtschaft tatsächlich keine besseren Themen einfallen als die Chancen der FDP bei der Bundestagswahl, oder?

Achten Sie auf die weihnachtliche Geschenke-Balance 

Platz 8: Keine Macht den Drogen

Zugegeben, die Verlockung ist groß. Nach dem übermäßigen Genuss von Gans & Co. scheint es quasi unausweichlich, der bleiernen Schwere in der Magengegend mit einem kleinen Schnaps entgegenzuwirken. Und sind Sherry und Cognac erstmal geöffnet, macht es ja auch irgendwie keinen Sinn, wieder auf Wasser umzusteigen. Doch Obacht! Natürlich ist kein Alkohol auch keine Lösung. Aber übermäßige Nahrungsaufnahme mit übermäßigem Alkoholgenuss kompensieren zu wollen, ist keine gute Idee. Das schlägt nicht nur auf den Verdauungstrakt, sondern auch auf Geist und Gemüt. Unkontrollierte Gesangsausbrüche und Niveaulimbo jeglicher Couleur könnten die Folge sein.

Platz 7: Wider den Geschenke-Irrsinn

Was hat sich Cousine Irmgard nur dabei gedacht? Mit einem einzigen unbedachten Präsent hat sie die sorgsam ausbalancierte Geschenkeordnung durcheinandergebracht. Dabei war doch alles so schön: Geschwister schenken sich nichts, Oma und Opa bekommen ein großes Geschenk von allen zusammen, der Rest der Verwandtschaft wird nur bedacht, solange er an den Weihnachtsmann glaubt.

Last minuteWird diese Regel durchbrochen, geht der Wahnsinn los: Plötzlich müssen alle, Tanten und Onkels, Cousinen und Cousins, bedacht werden. Menschen, die man nur einmal im Jahr sieht, deren Hobbys und Vorlieben einem fremder sind als die der Edeka-Verkäuferin von um die Ecke. Die Konsequenz ist klar: Es regnet im besten Fall Gutscheine, häufiger noch in Fernost hergestellten Tinnef, der außer den Produzenten wirklich niemanden glücklich macht. Lassen Sie das und beschenken Sie sich lieber mit einem ehrlich gemeinten „Fröhliche Weihnachten!“.

Verkaufssonntag

Nervt die Verwandtschaft? Suchen Sie Zuflucht beim Herrn 

Platz 6: Wie wär’s heut mit Chinesisch?

Die Gans muss bestellt werden, ausgenommen, gefüllt, gegart. Zwei Stunden später die bange Frage: Ist sie jetzt schon durch? Schließlich müssten dann ja die Knödel auf den Herd und das Gemüse. Kurz später die bittere Erkenntnis: Sie ist nicht durch. Aber die Knödel sind fertig. Während die Gans weiter gart, werden die Knödel kalt, das Gemüse zerfällt. Und während man sich noch darüber ärgert, brennt die Milch für den Schokoladenpudding an.

Sie kennen dieses Szenario aus eigener leidvoller Erfahrung? Dann lernen Sie daraus. Weihnachten wird nicht durch Fressgelage schön. Würstchen mit Kartoffelsalat tun es genauso und lassen dem Nachwuchs sogar mehr Zeit, sich mit seinen Geschenken zu beschäftigen. Das ist Ihnen zu profan? Dann bestellen Sie sich doch etwas zu essen. Wenn jeder sich sein Menü aussuchen kann, gibt es darüber auch keinen Streit.

Platz 5: Zur Entspannung in den Gottesdienst

Die Verwandtschaft ist schon vormittags eingetroffen, zwei Stunden später sind die Gesprächsthemen erschöpft. Da alle erschienen sind, kann man nicht einmal über Abwesende lästern. Bei winterlichem Matschwetter will man aber nicht den Hund vor die Tür schicken, geschweige denn die Verwandten. Wohin also? Natürlich, in den Gottesdienst. Die dort erzählte Geschichte ist hinlänglich bekannt, niemand wird ihnen einen Vorwurf machen, wenn sie ein Weilchen die Augen schließen. Und wegen der fantastischen Akustik werden Onkel Hermann und Tante Gerda Abstand davon nehmen, hier ihre Rheuma-Leidensgeschichte fortzusetzen.

Tipp für Fortgeschrittene: Wer den Gottesdienstplan rechtzeitig studiert, kann über den Tag verteilt locker sechs bis sieben Predigten mitnehmen und so dem Weihnachts-Smalltalk entsprechend lange entgehen.

Opa erzählt vom Krieg? – Da hilft nur eine Magenverstimmung 

Platz 4: Räumliche Distanz schaffen

Alle subtilen Andeutungen, man wolle Weihnachten diesmal „im kleinsten Kreis“ feiern, haben nichts gebracht: Die Verwandtschaft hat sich dennoch wieder vollzählig angekündigt. Und erwartet natürlich das volle Programm aus Weihnachtsmenü, Geschenken und abendlicher Bespaßung. Da hilft nur eines: Flucht.

Wie wäre es mit Rio de Janeiro. Dort ist es jetzt nicht nur schön trocken und warm. Die Wahrscheinlichkeit, dort auf die eigene Sippe zu treffen, ist auch relativ gering. Der Flug kostet zwar ein bisschen, doch dafür spart man sich das Geld für zahllose Geschenke.

Platz 3: Die hohe Kunst der Simulation

Das Essen ist verdaut, die versammelte Meute wechselt schlurfend vom Ess- ins Wohnzimmer. „Jetzt machen wir es uns gemütlich“, brüllt Opa Heinz, 82 Jahre und schwerhörig. Was jetzt kommt, ist allen klar, verhindern kann es niemand. „Früher gab es das ja nicht“, fängt Opa an. Jetzt geht es um Sekunden: Wer nicht schnell genug reagiert, ist für Stunden gefangen in Opas Ergüssen über „früher“. Wobei das ein weiter Begriff ist, der in den letzten Kriegsmonaten anfängt und kurz nach Helmut Schmidts Kanzlerschaft aufhört.

Deshalb: Hände vor den Bauch schlagen, Gesicht verziehen und hoffen, dass jemand es bemerkt. „Geht’s dir nicht gut?“, fragt Tante Heidrun. Das ist die Chance: Murmeln Sie irgendetwas von „Magenverstimmung, muss mich hinlegen“ und suchen Sie das Weite. Diese Variante ist nicht risikolos: Fürsorgliche Verwandte könnten sie suchen und den Rest des Tages mit Tee, heißen Wadenwickeln und guten Ratschlägen versorgen. Wägen Sie ihre Schritte also sorgsam ab.

Zu groß, zu klein, zu schief: Immer Ärger um den Tannenbaum 

Platz 2: Trennungsgrund: Weihnachtsbaum

Zu groß, zu klein, zu schief: Die weihnachtliche Tradition, eine Tanne ins Wohnzimmer zu stellen, ist wahrscheinlich für mehr Ehekrisen verantwortlich als die Fußball-Bundesliga. Ist die Selektion des richtigen Modells abgeschlossen, will der Baum nach Hause gebracht („Nächstes Jahr wird der Baum aber kleiner“) und aufgestellt werden („Die unteren Äste müssen ab, sonst passt er nicht auf den Fuß“ – „Bist du verrückt, die schönen Nadeln!“). Steht er dann endlich, will er geschmückt werden („Muss der Engel auf die Spitze?“ – „Das machen wir jedes Jahr so.“). Kaum ist das geschehen, fängt das Ding an zu nadeln.

Einzige Lösung: Trennen Sie sich. Nicht von Ihrem Partner, sondern von der fixen Idee, der Baum sei tatsächlicher wesentlicher Bestandteil von Weihnachten. Oder kaufen Sie sich statt der Tanne einen Benjamini. Sieht auch schön aus und bleibt Ihnen deutlich länger erhalten.

Platz 1: Schlafen – bis Silvester

Geschenke gekauft und verpackt, Weihnachtskarten geschrieben, Haus und Hof geputzt: Sind die Weihnachts-Vorbereitungen abgeschlossen, wünschen sich die meistens nur noch eines: endlich Ruhe, endlich schlafen. Warum nicht gleich so? Sparen wir uns das alles und gönnen uns über die Feiertage einfach mal ein bisschen Ruhe, am besten bis Silvester.

Wer feststellt, dass ihm dabei etwas fehlt, kann den Weihnachtsstress im nächsten Jahr dann wieder in vollen Zügen genießen.