Damit es Weihnachten friedlich bleibt – Expertin gibt Tipps

Die liebe Familie: Das Erste zeigt „Weihnachten bei Hoppenstedts“ am 24. Dezember um 15.45 Uhr, der WDR am  26. Dezember  um 12.40 Uhr.
Die liebe Familie: Das Erste zeigt „Weihnachten bei Hoppenstedts“ am 24. Dezember um 15.45 Uhr, der WDR am 26. Dezember um 12.40 Uhr.
Foto: ARD
Jeder hat seinen eignen Kopf – das ändert sich auch Heiligabend nicht. Psychologin, Monika Bormann, erläutert, warum es an Weihnachten krachen kann.

Bochum.. Opa Hoppenstedt mosert: „Früher war mehr Lametta!“ Mutter Hoppenstedt findet es „gemütlich“ und klein Dicki rezitiert „Zicke, zacke Hühnerkacke“. Vater Hoppenstedt baut das Modell-Atomkraftwerk auf, das Dicki von Opa Hoppenstedt bekommen hat. Dann reißt der Mini-Reaktor mit einem „Puff“ das Loch in den Boden. Der Loriot-Sketch „Weihnachten bei Hoppenstedts“ aus dem Jahr 1978 ist skurill und absurd. Doch mal ehrlich: Sind wir nicht alle ein bisschen wie die Hoppenstedts?

Zumindest stellt das so genannte Fest der Liebe viele Familien vor ähnlich große Herausforderungen. „Man muss schauen, um welche Liebe es geht. Eigentlich geht es um die Liebe Gottes zu uns. Wenn wir diese Idee auf uns übertragen, ist das völlig überhöht. Warum sollen wir uns Weihnachten mehr lieben als sonst im Jahr?“, fragt Monika Bormann, Diplom-Psychologin und Fachbereichsleiterin der Jugendhilfe bei der Caritas für Bochum und Wattenscheid.

Hohes Maß an Toleranz ist gefragt

„Die Menschen bleiben auch an Weihnachten dieselben, sie ändern sich nicht“, fügt sie hinzu. Also solle jeder seine Opas, Tanten und Co. am besten nehmen wie sie sind. „Da ist ein großes Maß an Toleranz gefragt“, so Bormann. Weihnachten sei vor allem für die zumeist organisierende Mutter „ein Belastungsfest“, schildert sie. „Das ist mit der Erwartung einer Belohnung verbunden, in dem Sinne, dass das Fest ganz besonders schön werden soll“, so Bormann. Der Begriff „Das Fest der Liebe“ sei auch mit einem Druck verbunden, wen wir alles in dieses Liebe einschließen. Gerade in Patchworkfamilien ergäben sich komplizierte Familienzusammenführungen, die es erforderlich machten, frühzeitig Kompromisse anzustreben. Auch helfe es, Aufgaben zu verteilen.

Aus der Berufspraxis als Familienberaterin wisse Bormann, dass es gerade in der Vorweihnachtszeit bei vielen Menschen emotional hoch hergeht. „Wir fühlen vor Weihnachten eine Anhäufung von Krisen vor allem bei Menschen, die alleine sind. Es gibt Menschen, die würden Weihnachten am liebsten abschaffen“, sagt Bormann. Auch bei Menschen, die sich in Partnerschaftskonflikten befänden, sei die Weihnachtszeit eine sensible Phase.

Kracht es gewaltig unter dem Tannenbaum, ist Deeskalation angesagt. „Wenn im normalen Gespräch nichts mehr geht, kann es helfen, eine halbe Stunde rauszugehen, um einen klaren Kopf zu bekommen oder etwas zu tun, was allen Spaß macht.“ Ihr Top-Tipp für ein harmonisches Fest ist leicht zu merken. Er lautet: „Geduld“.

 
 

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