Blockflöte ist das ideale Instrument für Weihnachtslieder

Antje Heinemann
Antje Heinemann
Foto: WP

Menden. Bei vielen Mendenern wird sie ebenfalls im Schrank, im Kellerregal, auf dem Dachboden liegen. Ungenutzt, ungespielt. Viele Kinder lernen die Blockflöte als erstes Instrument kennen. „Vielleicht weil sie so günstig in der Anschaffung ist“, sagt Flöten-Lehrerin Antje Heinemann.

Die Weihnachtszeit ist ein guter Grund, die Flöte wieder einmal hervorzukramen und gemeinsam oder ganz für sich zu musizieren. Vielleicht geht es so manchem Hobby-Musiker dann wie mir bei einer kurzen Übungsstunde mit dem Instrument: Notenkenntnisse, die tief vergraben im Gedächtnis lagen, sind plötzlich wieder da. Und Spaß macht es auch.

Es gehört zu meinen liebsten Kindheitserinnerung: Das Warten aufs Christkind mit meinen Großeltern. Denn einmal im Jahr suchte mein Opa die alte Blockflöte heraus, probte einige Tage lang und brachte das gute Stück dann mit zu uns. Und gemeinsam spielten wir die Weihnachtslieder, die ich gerade in der Musikschule gelernt hatte – jedes Jahr einige mehr. Doch das ist mehr als 25 Jahre her, Noten und Griffe scheinen vergessen.

Antje Heinemann begibt sich also auf die Suche nach einem Weihnachtslied, das auch für Flöten-Anfänger geeignet sein könnte: „Wir sagen euch an, den lieben Advent“ ist so ein Stück. Sechs Griffe sind dafür notwendig.

Das Adventslied ist im 20. Jahrhundert entstanden, und sowohl in der katholischen Kirche (Gotteslob Nr. 115) als auch in der evangelischen Kirche (Evangelisches Gesangbuch Nr. 17) bekannt. Der Text stammt von der österreichischen Autorin Maria Ferschl, die Melodie von Heinrich Rohr.

Die Blockflöte war im 16. Jahrhundert eine Modeinstrument. Händel schrieb für sie, und bei Bach hört man sie ebenfalls gelegentlich. Antje Heinemann ist durch ihren Flötenlehrer vor vielen Jahren auf das Instrument aufmerksam geworden. „Ich mag es wegen seiner Vielseitigkeit“, sagt sie heute. „Mit der Flöte lassen sich mittelalterliche Stücke ebenso spielen wie Modernes und Jazz.“

Die Vielseitigkeit ist auch in Heinemanns privater „Musikwerkstatt“ zu sehen: Es gibt die bekannten Sopran-Flöten, aber auch Alt-, Tenor- und Bassflöten. Manche Instrumente sind aus Olivenholz gefertigt, andere aus Ahorn, aus Buxbaum oder Kirsche. Antje Heinemann veranstaltet regelmäßig Konzerte mit ihren Musikschülern, am Heiligen Abend wird sie in der Heilig-Geist-Kirche auftreten. Bei Antje Heinemann lernen Kinder wie Erwachsene das Instrument: Die Schüler sind zwischen 6 und 80 Jahre alt. Sie sind ebenso begeistert vom Instrument, das so mancher ganz ungenutzt auf dem Dachboden liegen hat.

 
 

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