Was tun, wenn der Paketbote nicht klingelt? Diese Rechte hast du

Muss der Paketbote klingeln? Was der Zusteller darf und was nicht.
Muss der Paketbote klingeln? Was der Zusteller darf und was nicht.
Foto: Christian Charisius / dpa
  • Viele Empfänger ärgern sich über unzuverlässige Paketboten
  • Aber muss der Paketbote eigentlich die Sendung bis an die Haustür bringen?
  • Die wichtigsten Fakten im Überblick

Berlin.  Der Zorn der Kunden von Paketzustelldiensten wächst. Gerade im Weihnachtsgeschäft dürften bei manchen Empfängern die Nerven blank liegen. Die Verbraucherzentrale hat unter dem Stichwort „Paket-Ärger“ knapp zwei Jahre lang ein Beschwerde-Portal für verärgerte Kunden geführt. In der Zeit sammelten sich rund 21.000 meist wütende Mails.

Beschädigte oder verschwundene Pakete , verspätete Lieferungen, Pakete einfach in den Hausflur gestellt, Benachrichtigungskarte im Briefkasten, obwohl jemand zu Hause ist – das sind die Punkte, die Verbraucher aufregen. „Schief geht es fast immer auf den letzten Metern zum Kunden“, sagt Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW.

Natürlich ärgert sich der Kunde über solche Vorfälle. Aber was darf der Paketbote beim Zustellen eigentlich und was nicht? Die wichtigsten Punkte im Überblick:

• Muss das Paket bis zur Haustür gebracht werden?

Ja, wenn nicht anders vereinbart, muss der Zusteller das Paket bis zum Empfänger bringen. Dabei ist es egal, in welcher Etage sich dieser befindet. Dazu gehört auch, dass der Paketbote beim Empfänger mindestens einmal klingelt. Einfach eine Abholkarte im Briefkasten hinterlassen, darf der Paketbote somit nicht. Außerdem ist es auch nur zulässig, eine Abholkarte an die Tür zu kleben, wenn es keinen Briefkasten gibt oder dieser für den Zusteller nicht frei zugänglich ist.

• Darf mein Paket einfach an den Nachbarn übergeben werden?

Die meisten Paketdienste behalten es sich in ihren Vertrags­bedingungen vor, die Sendung ersatzweise dem Nachbarn zuzustellen, wenn der Empfänger beim Zustellversuch nicht persönlich anzutreffen war. Über die Zustellung beim Nachbarn muss man über eine Karte im Briefkasten informiert werden. Aber: Kein Nachbar muss ein fremdes Paket annehmen.

• Was ist zu tun, wenn das Paket beschädigt ist?

Ist die Verpackung erkennbar beschädigt, sollte man als Empfänger das Paket nach Möglichkeit in Anwesenheit des Zustellers öffnen und den Schaden sofort durch den Zusteller festhalten lassen. Denn mit der Unterschrift wird nicht nur der Empfang, sondern auch die ordnungsgemäße Lieferung zum Zeitpunkt der Übergabe bestätigt.

Wird das Paket dennoch angenommen, muss der Empfänger im Streitfall beweisen, dass der Absender oder der Paketdienst für die Beschädigung verantwortlich ist. Das zu beweisen, ist meist nur schwer möglich. Deshalb sollte man auch als Nachbar ein sichtbar beschädigtes Paket besser nicht annehmen.

War die Beschädigung äußerlich nicht erkennbar, gilt das natürlich nicht. Dann kann der Schaden noch sieben Tage nach Erhalt reklamiert werden. Das passiert allerdings in der Regel durch den Absender, deshalb sollte dieser schnell über den Schaden informiert werden.

• Und wie sieht es bei verschwundenen Sendungen aus?

Bei Verlust des Pakets ist immer zunächst der Absender in der Pflicht. Er muss einen Nachforschungsauftrag stellen. Man kann sich allerdings als Empfänger auch die Rechte vom Versender abtreten lassen, um sich selbst um die Nachforschung kümmern zu können. Allerdings kann der Paketdienstleister in seinen AGB solch eine Abtretung auch ausschließen. (jei mit dpa)

 

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