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Video on Demand: Worauf man achten muss und was es kostet

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Sie heißen Watchever, Netflix, Amazon Instant Video, Sky Snap oder Maxdome und gelten als das Fernsehen der Zukunft – und sie buhlen um Kunden.

Essen. 

Sie heißen Watchever, Netflix, Amazon Instant Video, Sky Snap oder Maxdome und gelten als das Fernsehen der Zukunft, aber auch als Totengräber der Videotheken. Mittlerweile kämpfen mehr als ein halbes Dutzend sogenannter „Video-on-Demand-Dienste“ um Kunden. Immer neue Angebote gibt es, aber auch viele Fragen. Wir haben Antworten.

Video on Demand (VoD) – was heißt das überhaupt?

Wörtlich übersetzt nichts anderes als „Video auf Nachfrage“. Ich muss als Zuschauer nicht mehr schauen, was man mir anbietet, sondern wähle selbst aus, was ich gerade sehen möchte. Nur dass ich dafür nicht mehr wie früher in eine Videothek gehen muss, sondern ins Internet. Ich gucke auch keine DVD mehr, sondern einen Stream, das heißt, der Film oder die Serie kommen – über das Internet – als kontinuierlicher Datenstrom ins Haus.

Was brauche ich für VoD?

Zunächst einmal eine Internetverbindung. Und die sollte mindestens 2000 Mbit/s haben, besser noch 6000 Mbit/s. Das kann in ländlichen Bereichen schwierig werden. Deshalb vorher unbedingt beim Internet-Anbieter nachfragen.

Internet läuft, wie kann ich gucken?

Alle Anbieter funktionieren auf PC oder Mac, verlangen dort höchstens ein kleines, kostenloses Zusatzprogramm namens Silverlight. Abseits des Computers wird es schnell kompliziert. Denn nicht jeder Dienst ist auf jedem Smartphone oder Tablet zu empfangen.

Deshalb gilt auch hier: Bevor irgendein Vertrag abgeschlossen wird, auf der Seite des VoD-Dienstes, den man buchen will, nachsehen, welche Hardware unterstützt wird. Oft gehen auch moderne Spielkonsolen.

Wie kann ich die neuen Dienste auf meinem Fernseher gucken?

Kommt darauf an, welchen Fernseher Sie haben. Mit den alten Röhrengeräten geht fast gar nichts. Flachbildschirme benötigen einen Internet-Zugang, ersatzweise zumindest einen HDMI-Eingang. In den kann man dann einen Mediaplayer wie den Chromecast oder das Amazon Fire TV einstöpseln. Alternativ lässt sich auch ein Laptop mit Internet-Zugang anschließen.

Und sonst?

Ein oft unterschätztes Problem ist der Standort des TV-Gerätes. Weil Internetdosen in jedem Zimmer noch längst nicht zur Standardausstattung deutscher Haushalte gehören, kommt das Internet nämlich oft nur im Büro aus der Dose und leider nicht in der Nähe des Fernsehers. W-Lan hilft, ist aber oft zu langsam. Besser ist eine D-LAN-Verbindung, bei der die Daten über das Stromnetz zur Steckdose ins Wohnzimmer geleitet werden. Kostet ab 40 Euro und kann auch von Laien installiert werden.

Was kosten die neuen Dienste?

Unterschiedlich. Manche rechnen pro Film oder Serienfolge ab, andere bieten eine Art Flatrate, bei der man Teile des Angebots gegen eine monatliche Gebühr so oft schauen kann, wie man will.

Der derzeit günstigste in diesem Bereich ist Sky Go, das 3,99 Euro im Monat kostet. Allerdings zählt das Angebot nicht zu den aktuellsten auf dem Markt. Die meisten anderen liegen bei acht bis neun Euro im Monat.

Lassen sich Filme oder Serien speichern, um sie unterwegs zu sehen?

Bei manchen Anbietern ja, bei manchen nein. Für den PC gibt es auch Zusatzprogramme, die jeden Stream aufzeichnen. Die sind rechtlich allerdings nicht unumstritten und für Laien nicht immer einfach zu bedienen.

Wer hat das beste Angebot?

Kann man nicht sagen, hängt wie so oft vom individuellen Geschmack ab. Einer hat mehr Serien im Angebot, der andere mehr Filme. Für alle aber gilt: Brandneue TV-Staffeln sind eher die Ausnahme als die Regel, Kinofilme längst nicht so aktuell wie im Bezahlfernsehen oder der Videothek.

Wie kann ich mir einen Überblick verschaffen?

Testen Sie. Fast jeder Anbieter bietet einen kostenfreien Probemonat an (mögliche Kündigungsfristen bebachten). So bekommen sie einen guten Eindruck, ob ihnen Angebot und Bedienung eines Dienstes gefallen. Und ganz nebenbei können sie gut ein halbes Jahr erst mal kostenfrei Internet-Fernsehen gucken.