Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum: Wie finde ich den passenden?

Landwirt Hermann Appelbaum baut Weihnachtsbäume an.
Landwirt Hermann Appelbaum baut Weihnachtsbäume an.
Natur oder Plastik, Nordmanntanne oder Blaufichte, Plantage oder Online-Handel? Die Wahl des Weihnachtsbaums kann knifflig werden - wir helfen!

Essen.. Er gehört zum Weihnachtsfest für die meisten Deutschen einfach dazu: der Weihnachtsbaum. Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr verkauft. Aber welcher passt eigentlich zu mir? Eher ein Naturbaum oder doch die Kunsttanne? Möchte ich lieber einen duftenden Baum oder einen, der nicht pikst? Und wo kaufe ich ihn am besten? Beim Discounter, auf der Plantage oder doch im Internet? Fragen über Fragen – wir versuchen sie zu beantworten.

Naturbäume:

„Das Wetter hat für uns in diesem Jahr die Sache nicht leicht gemacht“, erklärt Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen e. V. Dennoch, sagt er, dürften sich die Kunden in diesem Jahr auf eine sehr gute Qualität freuen – egal welche Tanne.

In den meisten deutschen Wohnzimmer wird auch in diesem Jahr wieder ein "Abies nordmanniana" stehen - eine Nordmanntanne. Deren Marktanteil ist laut Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BWS) mittlerweile auf 80 Prozent gestiegen. Vor allem aufgrund ihrer dunkelgrünen, schon fast glänzenden, Nadeln, die außerdem nicht stechen, greifen die meisten Deutschen zu der Nordmanntanne. Außerdem zeichnet sie sich durch eine pyramidenartigen Wuchs und etagenförmigen Zweigen aus.

Mit weitem Abstand folgt nach Angaben des BWS die Blaufichte. Ihr großer Vorteil zur Nordmanntanne: der unverwechselbar angenehme Duft. Ihr großer Nachteil: Ihre Nadeln piksen extrem. Ansonsten besticht die Blaufichte, in Fachkreisen "Picea pungens glauca" genannt, durch ihre kräftigen stahlblauen Nadeln. Die Zweige sind, wie bei der Nordmanntanne, etagenförmig angeordnet.

Die traditionellste und gleichzeitig preiswerteste Variante ist die Rotfichte. Die "Picea abies" punktet mit ihrem schönen Duft. Wenn es um die Nadeln geht, dürften ihr aber wieder ein paar Pünktchen abgezogen werden – sie stechen nämlich.

Erwähnenswert sind noch Bergkiefern, Schwarzkiefern, Serbische Fichten, Douglastannen, Korktannen und Weißtannen – sie schaffen es allerdings nur in die wenigsten Haushalte.

Trends:

Regionale Produkte stehen nicht nur bei Lebensmitteln hoch im Kurs. Auch bei Weihnachtsbäumen geht der Trend zu Bäumen aus der Region. Der größte der Teil der rund 25 Millionen Bäume, die in diesem Jahr in den deutschen Wohnzimmern stehen, kommen auch aus Deutschland. Nach wie vor ist das Sauerland das größte Anbaugebiet für Weihnachtsbäume, jeder dritte Baum stammt aus dieser Region. Importe aus dem Ausland hingegen sind weiter rückläufig.

"Vor drei oder vier Jahren durfte ein schöner Baum gern zwei Meter groß sein", sagt Eberhard Hennecke. Mittlerweile geht es aber nicht mehr ganz so in die Höhe. 1,50 bis 1,70 ist die beliebteste Größe, berichtet der Experte. Dafür dürfen es aber gern auch gleich mehrere Bäume in und um das eigene Heim sein. Denn, wir Deutschen neigen immer mehr zu einem Zweit- oder sogar Drittbaum für Balkone, Gärten und Terrassen. „Immer mehr Kunden möchten den Baum außerdem komplett mit Ständer kaufen, das berichten jedenfalls meine Kollegen, die ihre Bäume direkt an die Kunden verkaufen“, erklärt Hennecke den neuen Trend zu einem immer bequemeren Einkauf.

Online-Handel:

Doch es geht noch bequemer. Denn langes Suchen, Warteschlangen und vollgenadelte Kofferräume gehören dank verschiedener Online-Händler der Vergangenheit an. Sie können ihren Wunschbaum ganz entspannt von der Couch aus zu sich nach Hause bestellen – und dabei gleich noch das gewünschte Lieferdatum mit angeben. Der Haken an der Sache: Wie der Baum genau aussieht, erfährt man erst, wenn man ihn auspackt. Ein Widerrufsrecht gibt es nicht, da es sich um leicht verderbliche Ware handelt. Ist der Baum also krumm und schief, muss man mit dem Hohn und Spott der Verwandten leben. Zudem kommen meist noch Versandkosten hinzu, die den Preis schnell in die Höhe schießen lassen.

Pflege:

Damit man möglichst lange was von dem Prachtstück hat, empfehlen die BWS-Experten, den Baum möglichst einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen. Er braucht nämlich 24 Stunden, um die Äste wieder in Position zu bringen. Zuvor sollte er am besten im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle angeschnitten in einem Eimer Wasser im Freien aufbewahrt werden. Damit der Baum nach dem Aufstellen nicht nadelt, ist es wichtig ihn nicht unmittelbar vor die Heizung zu stellen und ihn regelmäßig zu gießen. Laut der Experten benötigt ein zwei Meter großer Baum bis zu zwei Liter Wasser am Tag.

Kunstbäume:

Dass der Baum perfekt "gewachsen" ist, in sattem Grün – außer man hat bewusst weiß oder pink gewählt – erstrahlt und die Nadeln nicht piksen, darauf können sich Käufer von Kunstbäumen verlassen. Pflegeleicht sind sie auch noch - viel günstiger in der Anschaffung allerdings nicht. Sie rechnen sich erst, wenn sie schon einige Weihnachtsfeste auf dem Buckel haben.

Doch laut des BWS erfreuen sich Kunstbäume besonders im gewerblichen Bereich, also in der Gastronomie und in Geschäften, großer Beliebtheit. Das liegt vor allem daran, dass diese dort als Dekoration teilweise länger als sechs Wochen stehen und die Kundschaft begeistern sollen. In privaten Haushalten macht laut BWS hingegen in den meisten Fällen immer noch der gute alte Natur-Weihnachtsbaum das Rennen.

 
 

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