Rauchmelder als Lebensretter

Zum Jahresanfang sollen sie auch in Nordrhein- Westfalen Pflicht werden. Doch abgesehen vom gesetzlichen Zwang raten Experten grundsätzlich jedem zum Kauf der Krachmacher für die eigenen vier Wände. Was besonders aufhorchen lassen sollte: Zu den vehementesten Befürwortern der kleinen Lebensretter gehören Feuerwehrleute. Denn sie machen immer wieder die gleichen Erfahrungen – positiv wie negativ.

Erfreulich ist, dass die Rettungskräfte bei immer mehr Bränden Bewohner erwarten, die rechtzeitig gewarnt wurden und sich in Sicherheit bringen konnten. Aber leider gibt es noch zu viele Gegenbeispiele – Brände, bei denen Menschen zu Schaden kommen, weil keine Rauchmelder vorhanden waren. Zwischen 500 und 600 Tote bei Bränden gibt es bundesweit Jahr für Jahr.

6000 erleiden schwere Verletzungen (oftmals mit bleibenden Schäden), weitere 60.000 leichte Verletzungen. „Rauchmelder retten Leben – das ist mehr als ein purer Slogan, sondern eine Tatsache, die sich jeden Tag wieder bei Brandeinsätzen überall im Land bestätigt“, teilt der Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen mit.

Obwohl in der Mehrzahl der Bundesländer bereits eine Rauchmelder- Pflicht gilt, erweisen sich die Deutschen als echte Rauchmelder- Muffel. „Nur ein Drittel aller Haushalte ist bislang mit den Geräten ausgestattet“, sagt Stephan Schweda, Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Für eine bessere Verbreitung solle der Gesetzgeber sorgen.

Kurzschlüsse und Defekte

Noch immer hält sich das Gerücht, dass viele Brände auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Dabei sind weitaus öfter Kurzschlüsse und andere Defekte an Elektrogeräten die Ursache. Und die treten zu jeder Tageszeit auf – besonders auch dann, wenn die Bewohner schlafen. 70 Prozent aller Brände geschehen zwischen 23 und 7 Uhr. Es gehört schon viel Glück dazu, rechtzeitig wach zu werden, da im Schlaf auch die Sinne heruntergefahren werden.

Die tödlichste Gefahr sind gar nicht mal die Flammen selbst, sondern der entstehende Brandrauch. Schon wenige Atemzüge können zum Tode führen. Mehr als 90 Prozent aller Brandopfer sterben an einer Rauchvergiftung. Und genau da setzen Rauchmelder ein. Sie schlagen oftmals Alarm, ehe der menschliche Geruchssinn etwas wahrnehmen kann. Gerade im Schlaf kann die rechtzeitige Alarmierung die nötigen Momente Vorsprung geben, die über Tod und Leben entscheiden. Wenigstens im Flur und jedem Schlafraum sollte ein Rauchmelder an der Decke installiert werden.

Besonders praktisch sind sie, wenn es sich um vernetzte Geräte handelt. Denn dann geht der Alarm auch im Erdgeschoss los, wenn etwa im Kinderzimmer im Obergeschoss eines Hauses ein Brand ausbricht. Das lässt in vielen Fällen genügend Zeit, den Nachwuchs und sich selbst in Sicherheit zu bringen.

Auf Qualitäts-Siegel achten

Da ein Rauchmelder auch auf lange Sicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche Leben retten soll, empfiehlt das Forum Brandrauchprävention, beim Kauf auf das „Q“-Siegel zu achten. Dieses unabhängige Prüfsiegel zeigt an, dass ein Rauchmelder ausgewählte Qualitätskriterien erfüllt. Das „Q“ steht für hohe Zuverlässigkeit und eine mindestens zehnjährige Lebensdauer von Batterie und Rauchwarnmelder.

Mehr Informationen zum Thema Rauchmelder gibt es beim Forum Brandprävention unter www.rauchmelderlebensretter.de

 
 

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