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Klimawandel bedroht Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten

Studie zeigt, dass Tierfilme Menschen glücklicher machen

Eine Studie der University of California in Berkeley im Auftrag der BBC belegt, dass Natur-Dokus einen eindeutigen Effekt auf den Gemütszustand von Menschen haben. Durch das Anschauen werden sie glücklicher und ruhiger.

Die Umweltstiftung WWF sagt in einer neuen Studie einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt voraus. Schuld sei der Klimawandel.

Berlin. 

Bis zur Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in den weltweit bedeutendsten Naturregionen werden mittelfristig dem Klimawandel zum Opfer fallen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF und der Universität East Anglia in Großbritannien, die dieser Redaktion vorab vorliegt. „Sollten die menschengemachten Emissionen an Treibhausgasen wie bisher fortschreiten, würde jede zweite Art bis zum Jahr 2080 aus den untersuchten Gebieten verschwinden“, sagte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland.

Selbst wenn das Zwei-Grad-Ziel eingehalten werde, also die oberste Grenze der Beschlüsse im Pariser Klimaabkommen, fiele der Rückgang der Arten noch massiv aus: Dann würde noch jede vierte Spezies in den Schlüsselregionen verloren gehen, heißt es in der Studie.

„Das ist kein Schicksal, sondern direkte Folge der menschengemachten Klimaerhitzung. Auf der ganzen Welt könnten Tiere wie Afrikanische Elefanten oder Große Pandas regional verschwinden, genau wie zehntausende Pflanzen, Insekten und kleinere Lebewesen, die die Grundlage des Lebens auf der Erde bilden“, so Heinrich. Der WWF bekräftigte seine Forderung an die Bundesregierung, aus Kohle, Öl und später Erdgas auszusteigen. Diese seien die Haupttreiber des Klimawandels.

Ozeane nicht in Berechnung einbezogen

Die Studie „Wildlife in a warming World“ untersucht Auswirkungen des Klimawandels auf fast 80.000 Tier- und Pflanzenarten in den 35 artenreichsten Regionen der Welt, darunter der Amazonas-Regenwald, das Kongobecken oder der Mittelmeerraum. Sie beschreibt drei verschiedene Klima-Szenarien und deren Folgen für die Biodiversität.

Der Direktor der Zoologischen Staatssammlung in München, Gerhard Haszprunar, der nicht an der Studie beteiligt war, hält die Ergebnisse für plausibel. Allerdings würden weit mehr Arten betroffen sein, wenn die Ozeane mit in die Berechnungen einflössen, befürchtet Haszprunar im Hinblick auf die vom Temperaturanstieg ausgelöste Korallenbleiche.

Nicht nur Klimawandel bedroht Tiere und Pflanzen

Für den Zoologen ist das Artensterben schon jetzt drastisch: „Das globale sechste Massensterben der Arten hat längst begonnen“, sagt Haszprunar. Dies sei nicht nur indirekt durch den Klimawandel auf den Menschen zurückzuführen. Der Artenschwund sei vor allem auch direkt durch Waldrodungen, eine intensive Agrarindustrie und Flächenzementierung direkt auf den Menschen zurückzuführen. „Das alles führt zu einem doppelten Artenschwund: Ganze Arten gehen verloren, und von denen, die es noch gibt, gibt es viel weniger.“ (FMG)