Kindergeld kommt jetzt später - Betroffene nicht informiert

Viele Eltern brauchen das Kindergeld um ihre Familie zu versorgen. Im Januar müssen sie allerdings länger als üblich auf die Auszahlung warten.
Viele Eltern brauchen das Kindergeld um ihre Familie zu versorgen. Im Januar müssen sie allerdings länger als üblich auf die Auszahlung warten.
Foto: dpa
Seit Beginn des neuen Jahres bekommen Eltern das Kindergeld später als üblich. Das sorgt für Probleme - weil die Betroffenen nicht informiert wurden.

Essen.. Weil das Kindergeld seit Januar 2015 einige Tage später als üblich ausgezahlt wird, stehen viele Eltern in Deutschland vor Problemen. Denn wenn das Einkommen klein ist, können selbst wenige Tage Verzögerung ein Loch in die Haushaltskasse schlagen.

"Ich war ziemlich überrascht, als das Kindergeld im Januar erst am neunten statt am dritten des Monats auf dem Konto war", erzählt Andrea Jarzynski (Name von der Redaktion geändert) aus Duisburg. Jarzynski verdient 1000 Euro netto, ist alleinerziehend und hat zwei Kinder. Sie braucht die 368 Euro Kindergeld. "Ich kalkuliere mit dem Geld. Wegen der späteren Auszahlung konnte ich im Januar einige Daueraufträge nicht bedienen. Das ist peinlich und kostet Geld."

Betroffene wurden nicht informiert

Für die Auszahlung des Kindergelds ist die Agentur für Arbeit zuständig. Doch die hielt es offenbar nicht für nötig, die Betroffenen über die Änderung zu informieren. "Ich habe keine Post oder einen anderen Hinweis bekommen", sagt Jarzynski.

"Das Auszahlungsverfahren hat sich technisch geändert. Das ist der Grund für die spätere Auszahlung", sagt Arbeitsagentur-Sprecher Jürgen Wursthorn. "Wir wissen, dass es Familien gibt, die mit diesem Geld rechnen müssen." Über die Änderungen bei der Auszahlung hat die Arbeitsagentur aber trotzdem nur auf ihrer Internetseite informiert.

Hinweis ist nicht prominent platziert

Besonders prominent ist der Hinweis dort allerdings nicht platziert. Das hat mittlerweile offenbar auch die Arbeitsagentur bemerkt. "Über weitere Details werden wir die Betroffenen schnellstmöglich informieren", verspricht Wursthorn.

Für viele Eltern dürfte dieser Hinweis zu spät kommen. "Ich musste wegen der Umstellung mehrere Daueraufträge ändern", sagt Andrea Jarzynski. "Das hat mich Geld gekostet, das ich leicht hätte sparen können."

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