Grüne "Coca Cola life" ist trotz Stevia eine Zuckerbombe

Die grüne "Coca Cola life" soll den ursprünglichen Cola-Geschmack mit gesünderer Süße aus Stevia verbinden. Dabei enthält der Softdrink sehr viel Zucker.
Die grüne "Coca Cola life" soll den ursprünglichen Cola-Geschmack mit gesünderer Süße aus Stevia verbinden. Dabei enthält der Softdrink sehr viel Zucker.
Foto: Kai Kitschenberg/Funke Foto Services
Die grüne "Coca Cola life" wird als gesündere Alternative zu "Coca Cola" beworben. Doch Verbraucherschützer warnen vor der Stevia-Zuckerbombe.

Essen.. „Sie hat ein Drittel weniger Zucker und den typisch erfrischenden Coke Geschmack“: So wirbt „Coca Cola“ für die neue Cola mit Stevia-Extrakt. Seit einigen Wochen ist die grüne „Coca Cola life“ auch in Deutschland erhältlich. Das verwendete Süßungsmittel aus der Stevia-Pflanze ruft Verbraucherschützer auf den Plan. Sie kritisieren, dass der Süßstoff chemisch gewonnen werde.

"Coca Cola life" - Was ist Stevia?

Die „Stevia rebaudiana“, auch Süßblatt oder Honigkraut genannt, ist eine Staudenpflanze aus Südamerika. Sie wächst in Paraguay und Brasilien und wird dort seit Jahrhunderten zur Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt. Laut Verbraucherzentrale ist der Süßungsgrad bis zu 300-mal höher als bei Zucker. Da der Mensch Stevia nicht verdauen kann, schlägt der Stoff in der Kalorienbilanz auch nicht zu Buche.

Auch die Kariesbakterien können mit der Süße nicht viel anfangen, die Zähne sollen also nicht in Gefahr sein. Zusätzlich soll Stevia blutdrucksenkend wirken. So wird für das Produkt geworben. Klingt erst einmal gut, doch belegbare Studien, die diese Ergebnisse von Stevia-Befürwortern untermauern, gibt es laut Verbraucherschützern nicht. Erst 2011 wurde das Extrakt der Pflanze auf dem europäischen Markt zugelassen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt eine Tageshöchstdosis von gerade mal vier Milligramm Stevia-Süßstoffe pro Kilogramm Körpergewicht. Unter der Kennung „E 960“ ist es für Verbraucher unter anderem in Suppen, Kaugummi und auch Schokoladen erkennbar.

Was ist der Unterschied zu „Coca-Cola Light“ und „Coca-Cola Zero“?

Mit weniger Kalorien macht der Hersteller auf die neue Produktlinie aufmerksam. So enthalte das „life“-Produkt rund ein Drittel weniger Zucker und ein Drittel weniger Kalorien im Vergleich zur normalen Cola. Dabei hatte der Limonadenhersteller für die zuckerreduzierte Variante neben der „Cola light“ 2006 die „Cola Zero“ mit null Prozent Zucker auf den Markt gebracht. Doch im Geschmack unterscheiden sie sich von der ursprünglichen Cola, die deutlich mehr Zucker hat. Um den Cola-Geschmack mit weniger Kalorien zu verbinden, setzt Coca Cola nun auf „Cola life“.

Ist „Coca-Cola life“ tatsächlich gesünder als ihre Vorgänger?

Die gute Nachricht: Die grüne Version einer Halbliterflasche kommt auf 20 Gramm weniger Zucker als die klassische Cola, ergaben erste Untersuchungen. Die schlechte Nachricht: Sie enthält immer noch 34 Gramm Zucker und überschreitet damit die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Zuckermenge pro Tag.

Die liegt für Frauen bei 25 Gramm pro Tag, für Männer bei 30 Gramm. Ein 12-Jähriger sollte möglichst nur 22,5 Gramm pro Tag zu sich nehmen. Aus Sicht von Verbraucherschützern bedenklich, wenn man davon ausgehe, dass vor allem Jugendliche Softdrinks konsumieren. Fazit der Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Auch mit einem grünen Etikett sind die Trendgetränke nicht immer gesünder oder deutlich zuckerärmer.“

Welche Alternativen zu "Coca-Cola life"gibt es?

Wer das Verlangen nach einer süßen Brause hat, aber nicht gleich über die Stränge schlagen will, kann auf Alternativen zurückgreifen. Der Hersteller „fritz-kola“ bietet zum Beispiel eine Stevia-Variante an, die pro 100 Milliliter nur knapp 5 Gramm Zucker enthalten soll und damit auf der Ernährungsampel von rot auf gelb rutscht.

Noch besser möchte es die „Green Cola Company“ machen, die auf Zucker, Aspartame sowie Konservierungs- und synthetische Stoffe verzichtet. Die griechische Marke soll noch in diesem Jahr auch auf dem deutschen Markt erscheinen und will mit der Süße aus Stevia und natürlichem Koffein aus grünen Kaffeebohnen überzeugen.

Allerdings kommt auch der Konkurrent nicht ganz ohne chemische Verarbeitung aus. Denn der Süßstoff Steviolglykosid wird künstlich erzeugt, hat mit der ursprünglichen Stevia-Pflanze kaum noch etwas zu tun. Monika Vogelpohl von der Verbraucherzentrale NRW kritisiert das Süßungsmittel als Kunstprodukt: Das Verfahren zur Herstellung von Steviolglykosid sei so aufwendig, dass das Ganze mit Natürlichkeit nur noch sehr wenig zu tun habe.

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