Gift-Qualle vor Mallorca: Das ist die Portugiesische Galeere

Portugiesische Galeeren wie diese sind hochgiftig.
Portugiesische Galeeren wie diese sind hochgiftig.
Foto: Sabrina Hentschel / dpa
Giftige Quallen haben Urlauber auf Mallorca verängstigt. Wir erklären, wie gefährlich die Portugiesische Galeere für den Menschen ist.

Berlin.  Viele Badegäste auf Mallorca mussten in den letzten Tagen mit dem Pool Vorlieb nehmen. Nach mehreren Sichtungen der giftigen Quallen-Art Portugiesische Galeere (Physalia physalis) war ein Badeverbot an mehreren Stränden in der Bucht von Palma verhängt worden , die Urlauber wurden zu extremer Vorsicht aufgerufen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Sichtungen der Gift-Qualle:

Wie gefährlich ist die Portugiesische Galeere für den Menschen?

Für die meisten Menschen endet eine Berührung mit den Tentakeln der Qualle nicht tödlich, aber in der Regel äußerst schmerzvoll.

Wer in Kontakt mit den Nesselzellen an den Fangarmen der Qualle kommt, bringt diese Zellen zum Explodieren. Mit einer Art Harpune wird Gift unter die Haut injiziert, das an den Nerven für eine Übererregung sorgt und stark brennende Wundmale hinterlässt. Für kleinere Fische ist der Kontakt mit den Fangarmen tödlich.

Bei Allergikern ist ein allergischer Schock möglich, der im schlimmsten Fall zum Tode führt. Auch geschwächte Menschen sind gefährdet. Im Mittelmeerraum sind allerdings noch keine tödlichen Zwischenfälle bekannt geworden.

Kommt die Portugiesische Galeere oft im Mittelmeer vor?

Nein, eigentlich ist sie dort sogar sehr selten. Heimisch sind sie im Pazifik und im Atlantik, durch die Straße von Gibraltar können sie aber auch ins Mittelmeer gelangen. In Europa gibt es daher vor allem immer wieder Sichtungen vor den Kanaren, vor Portugal und an der spanischen Atlantikküste.

In diesem Jahr allerdings wurden schon auffällig viele Quallen an europäischen Badestränden gesichtet – so bereits im April vor den Balearen-Inseln Formentera und Ibiza. Allein auf Formentera wurden damals rund hundert Tiere eingesammelt. In der vergangenen Woche waren in der Provinz Alicante an der Costa Blanca ebenfalls mehrere Physalia physalis angespült worden. Ein Elfjähriger wurde am Arm gestochen und ins Krankenhaus gebracht. Die Folge: Auf einer Länge von knapp 120 Kilometern wurden in Alicante am Wochenende Strände gesperrt.

Was kann man tun, wenn man mit einer Portugiesischen Galeere in Kontakt gekommen ist?

Experten raten, eventuell hängen gebliebene Fangarme mit einer Pinzette zu entfernen und die betroffenen Stellen trocken zu legen, mit einem Handtuch oder zur Not auch mit Sand. Von Ausspülen der Wunde wird abgeraten.

Nach einem Kontakt sollte man viel trinken und sich zunächst in der Nähe von vertrauten Personen aufhalten, falls es zu einer allergischen Reaktion kommen sollte.

Wie kann ich mich vor der Portugiesischen Galeere schützen?

Am besten ist, erst gar nicht in ihre Nähe zu geraten. Wenn man ihre typische blau-violette Gasblase an der Wasseroberfläche erkannt hat, sollte man den Bereich großräumig meiden, weil die Tentakel der Qualle unter Wasser bis zu 30 Meter lang sein können.

Außerdem können Neoprenanzüge und spezielle Sonnencremes helfen. Neoprenstoff hält die Nesselzellen davon ab, in Kontakt mit der Haut zu kommen, die Cremes verhindern, dass das Gift in die Haut eindringen kann. Ihr Wirkstoff wird aus der Haut von Clownfischen gewonnen, denen die giftigen Glibbertiere nichts anhaben können. Die Cremes sind in Apotheken erhältlich.

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