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Geschnitzt, geknetet, gefärbt – Osterdeko zum Essen 

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Foto: dpa/Shojae
Von Jahr zu Jahr verstaubt der Osterschmuck im Schrank. Mit essbarer Dekoration passiert das nicht. Sie wird an den Festtagen einfach verputzt. Von süß bis herzhaft ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Berlin. 

Zu Ostern will niemand mehr an den Winter denken. Eine farbenfrohe Dekoration ist also genau das Richtige für die Tafel. Auf dem Tisch trifft Tradition auf Moderne. Klassiker wie süße Lämmchen und Hasen stehen neben trendigen Cake Pops, Cronuts und Pushup-Cakes, gekrönt von kleinen Figurenkunstwerken. Modellieren ist angesagt.

Die Ideen stammen vor allem aus den USA und Großbritannien. „Farbenfroh, witzig, kreativ“, umreisst Konditorenweltmeisterin Andrea Schirmaier-Huber aus dem bayerischen Oberpframmern den Stil. Für die essbare Deko stehen Vorbilder aus der Comicwelt Pate. Weitere Zutaten sind Fingerfertigkeit und Fantasie. So bekommt ein kleiner braver Marzipanhase überdimensionale Ohren und macht es sich mitten auf der klassischen Ostertorte gemütlich.

Torte mit Formel-1-Rennwagen

Mutige verpassen dem österlichen Symboltier zum Beispiel eine rosa Schleife und einen blauen Hut. „Wenn modern, dann richtig“, sagt Schirmaier-Huber. Die Mutter von zwei Töchtern setzt das konsequent um: Auf der von der Familie gewünschten Prinzregententorte steht ein plastischer Formel-1-Rennwagen, der Osterhase sitzt am Steuer.

Neben Marzipan eignet sich Fondant zum Modellieren. Die weiche Zuckermasse, aus der auch Eier und Küken hergestellt werden, taugt zum Ausstechen. Ein besonderer Spaß für Kinder sind dreidimensionale Torten. Dabei werden Figuren aus Zuckermasse oder Teig „geschnitzt“ und anschließend verziert. „Vom Gefühl her ist das nichts anderes als Kneten. Kinder tun sich leicht damit“, sagt Schirmaier-Huber. Zum Färben verwendet sie Lebensmittelfarbe. Diese kommt wegen der intensiven Deckung nur tröpfchenweise zum Einsatz, der traditionelles Osterzopf erhält mit dem natürlichen Färbemittel Rote Bete ein peppiges Outfit.

Grashalme aus Schnittlauch

Knallbunte Küken, kleine Eier oder Marzipan-Blüten toppen die angesagten Pushup-Cakes. Die aus einer Hülle am Stiel herausschiebbaren Schicht-Törtchen stehen beispielsweise in einer Vase. Das grüne Bett des Osternestes kommt aus eigener Zucht: einfach Kresse heranziehen. Die schmackhafte Garnitur mit viel Vitamin C bietet sich auch an, um darauf eine Osterlandschaft zu arrangieren. Entweder mit gefärbten Eiern, Marienkäfern und Blüten, oder mit edlen Wachteleiern und Radieschen, die sich mit Hilfe von Messer oder Ausstechform zum Beispiel in Comic-Küken verwandeln. Grashalme aus Schnittlauch und eine Petersilien-Wiese komplettieren die Deko zum Reinbeißen.

Sandra Müller kreiert ihre Ostereier auf der Basis von Cake Pops. Die kleinen Kugelkuchen, im Prinzip eine Kombination aus Kuchenbrösel und einer Art Buttercrememischung, füllt die Buchautorin aus Stuttgart zum Beispiel mit Eierlikör. Dazu werden die Kugeln zunächst am Stiel in eine Glasur getaucht, geöffnet und etwas ausgehöhlt. Den Eierlikör hinein geben, beide Seiten zusammenfügen und die komplette Kugel noch einmal eintauchen. Das Ganze in einen Eierbecher stellen – und dann darf gelöffelt werden. Auch eine Idee: die Kugel in einen Eierkarton packen.

Cake Drops mit Früchten

Für Möhren greift Müller auf spitze Hutförmchen zurück: „Einfach umdrehen“, lautet ihr Tipp. Orangefarbene Glasur verhilft zum fast echten Aussehen, das saftige Möhrengrün besteht aus essbaren Grashalmen. Die gibt es entweder im Laden, oder sie werden aus Oblaten selbst gemacht. In Cake Drops, eine Mini-Variante der Cake Pops, arbeitet Sabine Müller Nüsse, Brause oder Früchte ein: „Die Drops einzeln als Bonbons verpacken, ein Marzipanküken obendrauf und ins Osterkörbchen legen“.

Wer herzhaft statt süß bevorzugt, designt den Schmuck für die Ostertafel aus Gurken, Möhren oder Rettich: längs durchgeschnitten und eingeritzt, entsteht aus dem Rettich eine stilisierte Blume. Geriebene Karotten verhelfen dem Hefezopf zu einem modernen Look, den aufgesteckte Möhrchen vollenden. Das Naschwerk enthält keinen Zucker, die Süße erhält es über die Karotten.

Gebackener Eierbecher

Joachim Elflein, Küchenchef des Seehotels in Niedernberg nahe Aschaffenburg, macht aus einer Tomate einen würzigen Marienkäfer: Eine aufgesteckte schwarze Olive bildet den Kopf, grüne Pfefferkörner die Augen, für die Punkte müssen Gewürznelken herhalten. Alternativ spritzt der Koch ein Butter-Eigelbgemisch auf. Das auf einer Gurkenscheibe liegende Krabbeltier kann als Gruß aus der Küche auf den Tisch kommen.

Als Vorspeise serviert Elflein einen gebackenen Eierbecher. Dazu wird aus Hefe- oder Blätterteig ein Zopf geflochten, zum Becher geformt und zusammen mit dem gekochten, ungeschälten Ei in den Ofen geschoben. Dazu passt eine Senf-Dill-Soße. Dem Teig kann Hackfleisch beigemischt werden. Cake Pops gehen ebenfalls herzhaft: Schinken und Räucherlachs unter den Kuchenteig mischen, die Crememischung durch Frischkäse ersetzen.

Und wie wäre es mit einem Spiegeleikuchen als Ostertorte? Auf den Blechkuchen auf Rührteigbasis eine Schicht Pudding geben, Aprikosen als Spiegeleier obendrauf legen. Tortenguss gibt der Masse Halt – der Spiegeleikuchen ist servierbereit. (dpa)