Wie ein sexistischer Algorithmus bei Amazon die Bewerbungen von Frauen systematisch benachteiligte

So wurde Amazon zum Welt-Konzern

Heute gibt es kaum etwas auf der Welt, das der Online-Händler Amazon nicht verkauft. Und es gibt kaum einen Ort auf der Welt, wo das alles nicht zu haben ist. Doch wie wurde das Unternehmen so groß?

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  • Der US-Konzern Amazon wollte Bewerber mit einem neuen Tool auswählen
  • Die Künstliche Intelligenz bevorzugte Männer bei der Auswahl
  • Der Konzern hat das Tool inzwischen verworfen

Berlin.  Amazon hat laut einem Bericht ein System zur Auswahl von neuen Mitarbeitern verworfen, weil der Algorithmus Frauen benachteiligt. Die Künstliche Intelligenz des Bewerbungstools brachte sich das Fehlverhalten offenbar selber bei.

„Wir wollten den Heiligen Gral“, zitiert Reuters einen Amazon-Mitarbeiter. Es sollten zum Beispiel aus 100 Bewerbungen die Top fünf herausgefiltert werden, um diese Kandidaten dann einzustellen. Ein Team habe das Recruiting-Tool seit dem Jahr 2014 entwickelt, dieses aber verworfen, weil es Frauen systematisch benachteiligt habe.

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Eigenschaft „männlich“ höher bewertet

Der Grund: Das System nahm für die Bewertung die Bewerbungen aus den vergangenen zehn Jahren als Grundlage. Die meisten erfolgreichen Schreiben stammten von Männern, weshalb der Algorithmus sich das Verhalten selbst anlernte: Die Eigenschaft „männlich“ wurde von der Künstlichen Intelligenz höher bewertet.

Weiter berichtet die Nachrichtenagentur, dass Amazon das Projekt im Jahr 2017 gestoppt habe. Zwar hätten Recruiter von Amazon auf die Empfehlungen des Algorithmus geschaut, sich aber nicht ausschließlich darauf verlassen, heißt es in dem Bericht. Auf Anfrage von Reuters wollte der US-Konzern die Probleme nicht kommentieren. (les)

 
 

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