Wer ist der Plagiatsjäger „Robert Schmidt“?

Norbert Lammerts Doktorarbeit ind er Bibliothek der Ruhr-Universität: Wer Schriften aus den 70er-Jahren überprüft, muss Handarbeit leisten.
Norbert Lammerts Doktorarbeit ind er Bibliothek der Ruhr-Universität: Wer Schriften aus den 70er-Jahren überprüft, muss Handarbeit leisten.
Foto: dpa
Er brachte Annette Schavan zu Fall, jetzt hat er Norbert Lammert im Visier. Er scheint Mensch zu sein, nicht Software. Aber wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym „Robert Schmidt“?

Berlin.. Über ihn ist bereits Ex-Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) gestolpert. Nun hat der Netzaktivist mit dem Pseudonym „Robert Schmidt“ erneut zugeschlagen und die Doktorarbeit von Bundestagspräsident Norbert Lammert ins Visier genommen.

Bis heute ist nicht klar, um wen es sich bei „Robert Schmidt“ handelt. Seine Motivation im Falle Lammert begründet er damit, dass er sowohl die Universität Bochum als auch die allgemeine Öffentlichkeit über das wissenschaftliche „Fehlverhalten“ des Bundestagspräsidenten informieren will. Tatsächlich mag es für Plagiatsjäger viele Gründe geben, eine Dissertation zu untersuchen: den Forscherehrgeiz, die Demonstration der eigenen Kompetenz, moralische Aspekte oder schlicht Rache.

Suchprogramme können hier nur erste Anhaltspunkte bieten

Die Suche nach Plagiaten ist in der Regel eine aufwendige Arbeit. Erste Indizien für abgekupferte Passagen können zwar Suchprogramme liefern. Hier kann man Zitate des Autors eingeben. Die Software sucht dann nach vergleichbaren Quellen im Internet. Diese Methode stößt aber bei älteren Arbeiten wie der von Lammert an ihre Grenzen, weil viele Quellen nicht online verfügbar sind. In diesem Fall muss der Plagiatsjäger die zitierten Bücher ausleihen – und mühsam prüfen, ob der Autor daraus abgekupfert hat.

 
 

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