Wenn der Hacker in den Herzschrittmacher eindringen kann

Prof. Christof Paar von der Ruhr-Uni Bochum gilt als Spitzenforscher auf dem Gebiet der Sicherheit für das "Internet der Dinge".
Prof. Christof Paar von der Ruhr-Uni Bochum gilt als Spitzenforscher auf dem Gebiet der Sicherheit für das "Internet der Dinge".
Foto: RUB
Vom Kühlschrank bis zur vernetzten Fabrik der Zukunft – immer mehr Geräte und Maschinen sind per Internet verbunden. Das macht sie zum leichten Ziel für Angreifer. Prof. Christof Paar macht am Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit der Ruhr-Uni Bochum Bankkarten, Autos, Roboter und Maschinen sicher.

Bochum.. Das Ausspähen des Internets durch Geheimdienste und IT-Konzerne gefährdet nach Ansicht von Experten die Freiheit des Datenverkehrs und damit die Demokratie und auch die wirtschaftliche Entwicklung.

„Wir haben als Gesellschaft ein riesiges Problem, denn wir sind immer abhängiger vom Internet, das aber nicht mehr vertrauenswürdig ist“, sagt Prof. Christof Paar, Experte für IT-Sicherheit und angewandte Kryptographie (Verschlüsselung) an der Ruhr-Uni Bochum. Die Entwicklung bereite ihm „große Sorge“, sagte er dieser Redaktion.

Das Internet der Dinge

Paar gilt international als Spitzenforscher auf dem Gebiet der Sicherheit für das „Internet der Dinge“: Gebäude, Autos, Maschinen, Firmen oder medizinische Apparate werden immer mehr un­tereinander vernetzt. Das macht sie anfällig für elektronische Angreifer. Paar: „Wenn ein Hacker Schadsoftware in die ABS-Systeme von Autos einschleust, ist das lebensbedrohlich.“ Es sei bereits gelungen, sich in Herzschrittmacher einzuhacken. „Da geht es nicht um manipulierte Inhalte, sondern um Leib und Leben“, sagt Paar.

Vernetzung sei auch in der deutschen Schlüsselindustrie – Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau – ein großes Thema. In der „Fabrik der Zukunft“ sind Roboter, Maschinen und Zentrale über das Netz verbunden. Ein Virus könne eine gesamte Produktion lahmlegen. IT-Sicherheit habe daher eine wachsende Bedeutung.

 
 

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