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Weit über 2000 Dorstener wollen Freibad mit Facebook wieder zum Leben erwecken

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Luftbilder Foto: Hans Blossey
Sagenhafter Zulauf für neue Facebook-Gruppe: „Agenda Freibad Dorsten Holsterhausen“. Dorstener tauschen Ideen für eine Wiederbelebung der Fläche und nostalgische Erinnerungen aus. Initiator Thomas Soballa sehnt sich nach dem Freibad in Holsterhausen, das 2001 nicht wieder eröffnet wurde.

Dorsten-Holsterhausen. 

Bei diesem Anblick bekommt Thomas Soballa trotz Temperaturen um die 30 Grad eine Gänsehaut. „Hier habe ich früher mein Fahrrad abgestellt. Ab hier hat es nach Chlor gerochen“, sagt der 37-Jährige und schaut in Richtung Haupteingang des alten Freibades. Von dort, wo früher sein Fahrrad stand, sieht man kaum mehr als Bäume und alte Mauern. Dass es an dieser Stelle mal nach Chlor und Freibad gerochen haben soll, ist kaum vorstellbar.

Thomas Soballa sehnt sich nach dem Freibad in Holsterhausen, das 2001 nicht wieder eröffnet wurde. Und über 2600 Dorstener sehnen sich mit. Als Soballa am Donnerstagvormittag mal wieder mit dem Fahrrad am alten Freibad vorbeifährt, packt den Malermeister der Ehrgeiz. Am Nachmittag setzt er sich an seinen Schreibtisch und gründet die Facebook-Gruppe mit dem Titel: „Agenda Freibad Dorsten Holsterhausen.“

Facebook-Gruppe als Brücke zu einem Förderverein

Über 2600 Mitglieder hat die Gruppe am Donnerstagabend schon. Der Tenor: Was können wir tun, um das alte Freibad an der Bismarckstraße wiederzubeleben? Das Motto: Wir für das Freibad und das Freibad für uns!

Thomas Soballa ist vom Zuspruch überwältigt. Beinahe im Minutentakt teilen Dorstener ihre guten Ideen mit. Von einer Bürgerversammlung ist die Rede, von einem Spendenkonto, Facebook-Nutzerin Tin Ken fragt sich, „warum nicht einfach eine Freunde-Mauer errichten?“ 2000 Dorstener wollen anpacken, wollen das alte Freibad wieder zum Leben erwecken. Die Facebook-Gruppe sieht Thomas Soballa als Brücke zur Gründung eines Fördervereins. „Geldspenden, Sachspenden, viele helfende Hände. Wenn sowas nicht in Dorsten funktioniert, wo dann? Wir haben schon häufig Aktionen gestemmt. Ich denke da an den WDR 2-Tag.“

Seine Vorstellung: Alles soll in den ursprünglichen Zustand zurückgesetzt werden. „So, wie wir Dorstener unser Bad kennengelernt und liebengelernt haben“, sagt er. Dass dieser Wunsch kaum in die Tat umzusetzen ist, weiß Soballa allerdings und schlägt vor: „Dann soll es eben ein kleineres Freibad werden. Aber eben eines mit dem Charme des alten. Dass man nicht mehr für 1,50 Mark oder heute 75 Cent reinkommt, das weiß jeder Dorstener.“

Soballa ist genervt vom Stillstand, er fordert die Lokalpolitiker auf, aktiv zu werden und wird deutlich: „Es passiert doch nichts. Das ist unbefriedigend und unverschämt. Herr Lütkenhorst, jetzt sind Sie an der Reihe. Über 2000 Dorstener fordern Sie auf.“