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Warum die Musik-Plattform SoundCloud als „YouTube für Audio“ gilt

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Foto: Screenshot/Funke Digital
Das Berliner Start-up-Unternehmen „SoundCloud“ hat sich binnen weniger Jahre zum „Global Player“ mit einem Markenwert von 700 Millionen Dollar entwickelt. Die Musik-Plattform gilt als „YouTube für Audio“. Doch jetzt gibt es Gegendwind. Einige Künstler als auch Plattenfirmen sind offenbar unzufrieden mit den Auswirkungen von Urheberrechten.

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Die Musik-Plattform SoundCloud mausert sich weltweit immer mehr zum Pendant von YouTube im Audio-Bereich. Über 250 Millionen Nutzer monatlich hatte das Unternehmen laut SoundCloud-Gründer Alexander Ljung Ende vergangenen Jahres. Damit hat sich das 2007 gegründete Start-up-Unternehmen mit Sitz in Berlin zu einem Global Player und enorm wichtigen Knotenpunkt für den musikalischen Austauch im Netz entwickelt.

Anfang 2014 Ljung mit seinem Partner Eric Walfross laut Wall Street Journal eine Finanzierungsrunde mit Investoren über 60 Millionen Dollar abschließen können. Damit sei die Bewertung von SoundCloud auf rund 700 Millionen Dollar gestiegen.

SoundCloud bietet unbekannten Künstlern eine Plattform

Die Audioplattform Soundcloud war einst vor allem für professionelle Künstler und den unkomplizierten Austausch von Musik-Dateien gedacht. Ein Kommentarfunktion und die Möglichkeit, Stücke als Favoriten in den eigenen Stream einzubinden machen aus SoundCloud eine Sozial-Network-Plattform. So können sich vor allem unbekannte Künstler präsentieren. Zahlreiche Hits und Karrieren wie von Wankelmut oder Robin Schulz hatten ihren Ursprung in der Verbreitung ihres musikalischen Contents via SoundCloud.

TomorrowlandEs gibt allerdings auch die Möglichkeit Songs und Mixe als Download anzubieten, weshalb gerade die großen Major Labels die Entwicklung von SoundCloud mit Argusaugen beobachten. Mittlerweile legen die Berliner immer mehr Wert auf die Sicherung der Lizenzrechte von Musik-Produktionen. So verschwinden immer häufiger Original-Stücke aus den SoundCloud-Timelines und werden gesperrt. So scheint SoundCloud eher unberechtigte Sperrungen in Kauf zu nehmen, als das versehentlich Copyright-Verstöße durchrutschen.

Probleme mit Urheberrechten bekannter Musiker

Zwar hilft das bei der Bekämpfung von illegalen Musik-Downloads und dem Schutz der Urheberrechte. Aber auch einige Original-Künstler bekommen Probleme, beim Hochladen ihrer eigenen Werke und machen ihren Unmut öffentlich. Schließlich finanziert sich SoundCloud dadurch, dass die Plattform Geld für die Accounts kassiert. Je größer die Datenmenge, die jemand auf seinem Account online stellen will, desto höher der Preis. Da die Suche nach nicht lizenziertem Content nur über technische Filter erfolgen kann, birgt dies automatisch eine Fehlerquelle.

EDMIn verschiedenen Blogs und Mediendiensten mehren sich seit einigen Wochen, dass SoundCloud in konkrete Verhandlungen mit Major Labels getreten ist, um das Problem gemeinsam zu lösen. Dabei sollen unter anderem Lizenzvereinbarungen mit den Rechteinhabern (Plattenfirmen), ausgehandelt werden.

SoundCloud kommentiert Gespräche mit Major Labels nicht

Auf Anfrage der WAZ Mediengruppe wollte sich SoundCloud nicht konkret zu dem Themenbereich äußern: „Bei Soundcloud wir sind stolz auf unsere guten Beziehungen mit Plattenfirmen und deren Künstlern, die zu den aktivsten Nutzer unserer Plattform zählen. Wir sind in regelmäßigen Gesprächen mit Labels, Verlagen und anderen Rechteinhabern“, heißt es in dem Statement. Die Details der Gespräche seien „unbedingt vertraulich“. (we)